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In Thailand, genauer gesagt in Chiang Mai, kam es zu einem tragischen Vorfall, der die Welt der Wildtiere erschütterte. Innerhalb von nur zehn Tagen sind 72 Tiger in einem privaten Raubtierpark an einer Infektion mit dem Staupevirus (Canine Distemper Virus, CDV) gestorben. Diese erschreckende Nachricht wurde am 25. Februar 2026 bekannt gegeben, als thailändische Gesundheitsbehörden auf einer Pressekonferenz in Bangkok Details zu dem Ausbruch preisgaben.

Die Tiger, die alle in der Einrichtung „Tiger Kingdom Chiang Mai“ untergebracht waren, lebten in beengten Haltungsbedingungen und litten unter Stress und Inzucht. Diese Faktoren machen sie besonders anfällig für das hochansteckende Staupevirus, das primär bei Hunden vorkommt, aber auch Großkatzen infizieren kann. Die ersten Symptome wurden zwischen dem 8. und 18. Februar festgestellt, jedoch wurden sie zu spät erkannt, da Pantherkatzen nicht im engen Kontakt mit Menschen leben und die Erkrankung daher schwerer zu diagnostizieren ist.

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Ursache und Reaktionen

Gesundheitsminister Pattana Promphat stellte klar, dass es keine Übertragung des Virus vom Tier auf den Menschen gegeben habe, da das Staupevirus nicht dafür bekannt ist, Menschen zu infizieren. Dennoch werden Personen, die zuletzt Kontakt zu den Tieren hatten, vorsorglich 21 Tage lang überwacht. Währenddessen führte das Veterinäramt in Chiang Mai Autopsien durch, die genetisches Material des Staupevirus sowie bakterielle Infektionen nachwiesen, jedoch kein Influenza-A-Virus.

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Die genauen Todesursachen und der Ursprung der Infektion sind bislang unklar. Tierarzt Visit Arsaithamkul äußerte die Vermutung, dass das Futter der Tiger, möglicherweise kontaminiertes rohes Hühnerfleisch, die Infektionsquelle gewesen sein könnte. Die beiden Parks, die etwa 30 Kilometer voneinander entfernt liegen, könnten vom selben Lieferanten beliefert worden sein. In der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Vorfälle, wie im Oktober 2004 im Sriracha-Tigerzoo, wo 144 von 441 Tigern starben oder eingeschläfert werden mussten.

Kritik an Haltungsbedingungen

Tierschutzorganisationen üben scharfe Kritik an den Haltungsbedingungen in solchen Einrichtungen. Kritsyarm Kongsatri, Direktor der Naturschutzbehörde in Chiang Mai, bezeichnete die hohe Todeszahl als sehr ungewöhnlich und betonte die Verwundbarkeit von Wildtier-Einrichtungen gegenüber Infektionskrankheiten. Ein Sprecher von Peta erklärte, dass die Tiger in „Elend, Gefangenschaft und Angst“ lebten. Zudem fordern Tierschützer, dass Touristen solche Einrichtungen meiden sollten, um Tragödien wie diese zu verhindern.

Um ein weiteres Ausbrechen des Virus zu verhindern, haben die Behörden bereits mit der Säuberung der Gehege und der Impfung der Raubkatzen begonnen. Der Park bleibt für zwei Wochen geschlossen, während Desinfektionsarbeiten durchgeführt werden. Diese Maßnahmen sind dringend erforderlich, um das Wohlergehen der verbleibenden Tiger zu sichern und das Risiko weiterer Infektionen zu minimieren.

Die Situation in Chiang Mai wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen private Raubtierparks konfrontiert sind, und die Verantwortung, die sie für das Wohlergehen der Tiere tragen. Der Rückgang des Tourismus könnte zudem die Rentabilität solcher Einrichtungen beeinflussen und damit sowohl die Tiere als auch die Betreiber in eine noch prekärere Lage bringen. Es bleibt zu hoffen, dass die tragischen Ereignisse in Thailand zu einem Umdenken in der Haltung und im Umgang mit Wildtieren führen.

Für weiterführende Informationen können Sie die Berichte auf Berliner Zeitung, n-tv und Stern nachlesen.