Ein neuer Skandal in der Welt des illegalen Wildtierhandels hat Aufsehen erregt, als thailändische Behörden einen 36-jährigen Vietnamesen am Flughafen Suvarnabhumi festnahmen. Der Verdächtige war im Begriff, mit sechs Rhinos-Hörnern, die insgesamt 11,75 Kilogramm wogen, zu reisen. Diese wurden geschickterweise in einem Schaumstoffbehälter versteckt, um die Kontrollen zu umgehen. Laut Pattaya Mail kam er von der Demokratischen Republik Kongo über Äthiopien und sollte von Thailand aus nach Vientiane, Laos, fliegen.

Die Rhinos-Hörner waren mit 12 Kilogramm Tierhaut umwickelt, um den Verdacht zu zerstreuen. Bei der Kontrolle konnte der Verdächtige jedoch keine gültigen Genehmigungen für die Herkunft der Hörner vorlegen. Die thailändischen Behörden haben ihn sofort in Gewahrsam genommen und den Fall der Suvarnabhumi Flughafen Polizei übergeben. Die Hörner wurden in das Wildlife Forensic Center zur Artverifizierung geschickt, was ein Teil der umfangreichen Maßnahmen gegen die in Thailand agierenden internationalen Wildtierhandel-Netzwerke darstellt.

Ein weltweites Problem

Der Fall wirft ein Licht auf das globale Problem des illegalen Wildtierhandels. Laut dem UNODC wird geschätzt, dass der illegale Wildtierhandel jährlich zwischen 7 und 23 Milliarden USD generiert. Trotz intensiver internationaler Anstrengungen bleibt dieser Marktplatz für kriminelle Netzwerke attraktiv. Hierbei werden nicht nur Spezies wie das Nashorn und der Elefant bedroht, sondern die gesamte ökologische Balance, die für unsere Umwelt von vitaler Bedeutung ist.

Es ist alarmierend, dass bis zu 60% aller bedrohten Arten durch den illegalen Wildtierhandel gefährdet sind. Dieser Handel hat nicht nur eine verheerende Wirkung auf die Artenvielfalt, sondern bringt auch soziale und wirtschaftliche Konsequenzen mit sich. Die Wildtierkriminalität gefährdet die Einkommen und die Lebensgrundlage vieler Menschen, die von der Natur abhängen. WorldMetrics hebt hervor, dass zwischen 2015 und 2021 illegale Handelsaktivitäten in 162 Ländern und Gebieten festgestellt wurden, die etwa 4.000 Pflanzen- und Tierarten betrafen.

Die Rolle Thailands

Thailand gilt als ein wichtiger Transitpunkt für den illegalen Wildtierhandel, was die kürzlich erfolgte Festnahme nur unterstreicht. Die Bemühungen, diesen Handel zu bekämpfen, haben in den letzten Jahren an Intensität zugenommen. Seit 2018 hat die Durchsetzung von Gesetzen zum Schutz von Wildtieren um 40% zugenommen, wobei ein erheblicher Teil der Maßnahmen auf transnationale Netzwerke abzielt. Jedoch führen nur 5% der Fälle von Wildtierverbrechen zu Verurteilungen, was größtenteils auf fehlende Ressourcen und mangelnde Koordination zwischen den Behörden zurückzuführen ist.

Die Maßnahmen der thailändischen Behörden, wie die jüngste Festnahme, sind ein kleiner, aber bedeutender Schritt in eine Richtung, die hoffentlich zu einem nachhaltigen Fortschritt im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel führt. Es bleibt jedoch eine große Herausforderung, das Bewusstsein für die Bedeutung des Arten- und Naturschutzes zu schärfen und effektive Strategien zu entwickeln, um die Hintergründe dieser Kriminalität nachhaltig zu bekämpfen.