In den letzten Wochen hat Thailand aufgrund eines Ausbruchs des Nipah-Virus in Indien seine Gesundheitsüberwachungsmaßnahmen an den wichtigsten Flughäfen verstärkt. Diese Initiative betrifft insbesondere Passagiere, die aus Westbengalen anreisen, wo der Ausbruch seinen Ursprung hat. In einer ersten Screening-Aktion wurden etwa 1.700 ankommende Reisende überprüft, jedoch wurden bisher keine Infektionen festgestellt. Die Screening-Maßnahmen konzentrieren sich hauptsächlich auf die Flughäfen Suvarnabhumi, Don Mueang und Phuket, die täglich fast 700 Fluggäste aus Kolkata empfangen. Thailand hat bislang keinen Fall des Nipah-Virus gemeldet, und die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf andere Passagiere wird als sehr gering eingeschätzt, da asymptomatische Personen das Virus nicht übertragen können. Wenn jedoch ein Verdachtsfall identifiziert wird, erfolgt eine Quarantäne, und die Testergebnisse sind innerhalb von acht Stunden verfügbar. Diese Maßnahmen wurden auf Anweisung des thailändischen Premierministers Anutin Charnvirakul implementiert, und das öffentliche Gesundheitsministerium unter Leitung von Phatthana Phromphat hat enge Koordination mit den relevanten Behörden sichergestellt (Quelle).
Am 25. Januar 2026 wurden die Gesundheitskontrollen an den internationalen Kontrollpunkten für Krankheiten in Thailand offiziell eingeführt. Diese Kontrollen, die von der Abteilung für Krankheitskontrolle organisiert werden, verlaufen reibungslos und unterstützen die Zusammenarbeit zwischen Passagieren, Airports of Thailand (AOT), Einwanderungsbehörden und anderen relevanten Agenturen. Der Flughafen Phuket hat ebenfalls Screening-Punkte für Passagiere aus dem betroffenen Gebiet eingerichtet, um die Ausbreitung des Virus zu überwachen und zu verhindern. Hierbei werden die Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen in Gemeinschaftsbereichen erhöht, um die Sicherheit aller Reisenden und des Flughafenpersonals zu gewährleisten. Thailand setzt auf eine enge Abstimmung mit dem International Communicable Disease Control Checkpoint, um das Vertrauen der Passagiere zu stärken (Quelle).
Historischer Kontext des Nipah-Virus
Das Nipah-Virus, das erstmals 1998 in Malaysia entdeckt wurde, hat seitdem mehrere Ausbrüche in Südostasien verursacht. Der erste Ausbruch führte zu 265 Fällen von akuter Enzephalitis und 105 Todesfällen, was zur drastischen Maßnahme der Abtötung von über einer Million Schweine führte, um die Ausbreitung zu stoppen. In den folgenden Jahren breiteten sich die Ausbrüche nach Bangladesch und Indien aus, wobei der erste Fall in Indien 2001 in Siliguri, Westbengalen, registriert wurde. Auch hier kam es zu mehreren weiteren Ausbrüchen in den folgenden Jahren, die oft mit dem Verzehr von kontaminiertem, rohem Palmwein in Verbindung standen (Quelle).
Die jüngsten Berichte aus Indien zeigen, dass es in Kolkata seit Dezember zwei bestätigte Fälle unter Gesundheitsarbeitern gab. Insgesamt wurden in Indien 196 identifizierte Kontakte negativ auf das Virus getestet. Die indischen Gesundheitsbehörden haben daraufhin eine landesweite Bat Survey initiiert, um die Verbreitung des Virus besser zu verstehen und eine effektive Überwachung zu gewährleisten. In Bangladesch und Indien sind Nipah-Ausbrüche fast jährlich zu verzeichnen, und die Gesamtzahl der Fälle von 2001 bis 2024 beträgt 343, mit 245 Todesfällen. Die Länder arbeiten weiterhin eng zusammen, um die Verbreitung des Virus zu kontrollieren und potenzielle Ausbrüche zu verhindern.