Heute ist der 28.02.2026. Thailand hat während der diesjährigen Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr einen bemerkenswerten Anstieg an Passagierbewegungen verzeichnet. Laut Berichten der thailändischen Zivilluftfahrtbehörde wurde zwischen dem 13. und 22. Februar ein Passagieraufkommen von 4,89 Millionen registriert. Dies ist das erste Mal seit Beginn der Pandemie, dass die Zahlen über die Werte von 2019 gestiegen sind, was auf die Rückkehr von Touristen aus dem Festland China hinweist. Die neuen visafreien Regelungen haben diese Entwicklung maßgeblich unterstützt. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 28.340 internationale Flugbewegungen verzeichnet, während der Frachtumschlag bei 42.280 Tonnen lag. Thailand hat sich damit als beliebtes Ziel für chinesische Urlauber etabliert, was durch ein bilaterales Visum-Exemptionsprogramm bis Ende 2026 weiter gefördert wird. Die Billigfluggesellschaften, wie zum Beispiel Spring Airlines, haben während der Feiertage zusätzliche Flüge von Shanghai, Guangzhou und Shenzhen nach Phuket und Chiang Mai angeboten, die eine durchschnittliche Auslastung von über 95 % aufwiesen.
Mit einem Anstieg der Ankünfte am Suvarnabhumi Flughafen um 31 % im Vergleich zu den täglichen Spitzenwerten vor der Pandemie am 18. Februar, sind die Aussichten für den Tourismussektor glänzend. Die thailändische Tourismusbehörde (TAT) prognostiziert, dass die Einnahmen von chinesischen Besuchern im Jahr 2026 die Marke von 20 Milliarden USD erreichen könnten, sollte sich der Trend fortsetzen. Um dem Ansturm gerecht zu werden, plant Thailand zudem, die Einreiseprozesse für chinesische Reisende zu verbessern, indem 40 zusätzliche E-Gates an den Flughäfen Suvarnabhumi und Don Mueang installiert werden. Darüber hinaus wird ein digitales Ankunftskartensystem getestet. Diese Entwicklungen sind Teil einer umfassenden Strategie, um das Vertrauen der chinesischen Touristen zurückzugewinnen, das in den letzten Jahren durch Sicherheitsbedenken und wirtschaftliche Probleme in China gelitten hat.
Eine florierende Tourismusbranche
Die Auswirkungen des chinesischen Neujahrsfestes sind nicht nur an den Flughäfen spürbar, sondern auch in den touristischen Hotspots des Landes. Resorts in Pattaya sind nahezu ausgebucht, und die Restaurants in Bangkok erleben einen regelrechten Ansturm auf ihre Plätze. Selbst das Louis Vuitton Pop-up „Hotel“ in Bangkok meldet voll ausgebuchte Zeitfenster. Über 30.000 chinesische Besucher sind seit Anfang Januar täglich in Thailand angekommen, und die TAT erwartet, dass während der Feiertage insgesamt 241.000 chinesische Reisende das Land besuchen werden. Bis Ende 2026 könnte die Zahl der chinesischen Touristen die Marke von 1 Million überschreiten, was die bedeutende Rolle dieser Gruppe für den thailändischen Tourismussektor unterstreicht.
Um die anhaltenden Herausforderungen zu bewältigen, die sich aus einem Rückgang der chinesischen Besucherzahlen in den letzten Jahren ergeben haben, hat die TAT erhebliche Investitionen getätigt, um chinesische Touristen zurückzugewinnen. Dabei wurden unter anderem chinesische Influencer engagiert, um multigenerationale Familien und die Generation Z anzusprechen. Ein Highlight war die Teilnahme von Lalisa “Lisa” Manobal, einem Mitglied der K-Pop-Gruppe Blackpink, an der Amazing Thailand Ambassador Exclusive Night in Bangkok, die am 28. Januar stattfand. Die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass die Marketingmaßnahmen positive Ergebnisse zeigen, auch wenn noch die endgültigen Daten zu den Ankünften während des chinesischen Neujahrsfestes ausstehen.
Herausforderungen und Chancen
Trotz der positiven Entwicklungen ist der thailändische Tourismussektor nicht ohne Herausforderungen. Im ersten Halbjahr 2025 kam es zu einem Rückgang der Ankünfte aus China um 34 % auf 2.265.556 Besucher. Malaysia überholte China mit 2.299.897 Besuchern, obwohl auch dort ein Rückgang von 5,58 % verzeichnet wurde. Dieser Rückgang hat dazu geführt, dass die TAT ihre Strategien überdenken muss, um das Niveau der Touristenankünfte vor der Pandemie wieder zu erreichen. Prognosen legen nahe, dass die Ankünfte aus China im Jahr 2025 nur 5 Millionen erreichen könnten, was unter dem Ziel von 6,9 Millionen liegt, das die TAT anstrebt. Der Präsident der ATTA, Thanapol Cheewarattanaporn, betonte die anhaltende Bedeutung Chinas für die thailändische Tourismuswirtschaft und den dringenden Handlungsbedarf der Regierung, um das Vertrauen chinesischer Touristen zurückzugewinnen.
Insgesamt wird Thailand weiterhin innovative Strategien entwickeln, um sich in einem wettbewerbsintensiven Markt zu behaupten, in dem auch Nachbarländer wie Singapur, Malaysia und Vietnam neue Visaerleichterungen einführen, um chinesische Reisende anzuziehen. Die kommenden Monate und Jahre werden entscheidend sein, um die touristische Nachfrage nach den durch COVID-19 verursachten Unterbrechungen wiederzubeleben und sich an die veränderten Reisegewohnheiten der chinesischen Konsumenten anzupassen.