Heute ist der 15.02.2026. In den letzten Jahren hat sich der Markt für japanische Restaurants sowohl in Deutschland als auch international dynamisch entwickelt. Während große Marken in der Lage sind, sich gegen die Herausforderungen der Branche zu behaupten, kämpfen viele mittelgroße Restaurants ums Überleben. Diese Gruppe ist besonders stark von hohen Verwaltungskosten und dem fehlenden Skaleneffekt betroffen, was dazu führt, dass immer mehr von ihnen vom Markt verschwinden. Dies gilt sowohl für den thailändischen Markt, wie aus einem Bericht hervorgeht, als auch für die nordamerikanische Szene, die von einem anhaltenden Wachstum geprägt ist.
Für die Yuzu Group, ein Spieler im thailändischen Restaurantmarkt, bedeutet dies eine strategische Neuausrichtung. Statt neue Filialen zu eröffnen, konzentriert sich das Unternehmen auf die Renovierung bestehender Standorte und die Verbesserung der Rentabilität pro Fläche. Die Kernmarken Yuzu Suki, bekannt für japanisches Sukiyaki, und Kogoro Katsu, spezialisiert auf Tonkatsu, stehen dabei im Fokus. Das Unternehmen plant, neue, erschwingliche Marken einzuführen und die Einnahmen durch seine Cloud-Kitchen-Marke “Nuea Na Boon” zu steigern. Diese trägt bereits 3–5% zum Gesamtumsatz bei und wird als zukünftiger Wachstumsbereich angesehen. Trotz eines insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Umfelds strebt Yuzu Group ein Wachstum von 10–15% für das Jahr an.
Wettbewerb und Marktbedingungen
Die Konkurrenz im japanischen Restaurantmarkt wird als „roter Ozean“ beschrieben, wobei vor allem mittelgroße Restaurants, die nicht über eine starke Kostenkontrolle oder zentrale Küchen verfügen, unter Druck geraten. Während große Marken mit vielen Filialen und starken Logistiksystemen in der Lage sind, die Kosten zu kontrollieren und weiter zu expandieren, haben kleine Restaurants oft das Nachsehen. Diese Überlebenskünstler profitieren jedoch von Vorteilen wie niedrigeren Mieten und flexiblerer Betriebsführung.
Ein weiteres Beispiel für strategisches Wachstum ist die Nigiwai Group, die plant, am 23. Februar 2026 die erste Nigiben-Filiale am Flughafen Don Mueang zu eröffnen. Flughäfen gelten als vielversprechende Standorte, insbesondere in touristischen Hotspots, wo etwa 70% der Kunden aus dem Ausland stammen. In diesem Jahr sollen 12–15 weitere Filialen eröffnet werden, mit einem Umsatzziel von etwa 200 Millionen THB.
Globaler Wachstumstrend
<pAuf der anderen Seite des Atlantiks zeigt der nordamerikanische Markt für japanische Restaurants ein starkes Wachstum. Laut einer Prognose wird der Markt von 8,36 Milliarden USD im Jahr 2025 auf etwa 12,93 Milliarden USD im Jahr 2033 wachsen, was einer jährlichen Wachstumsrate von ca. 5,6% entspricht. Der Anstieg wird durch das wachsende Verbraucherinteresse an authentischer und fusionierter japanischer Küche sowie durch die zunehmende Beliebtheit von Essenslieferungen und Fast-Casual-Konzepten wie Sushi und Ramen angeheizt. Besonders die USA und Kanada verzeichnen eine hohe Nachfrage, wobei Kanada als der am schnellsten wachsende Markt gilt.
In Deutschland hat sich die japanische Küche ebenfalls stark entwickelt. Die Anzahl der japanischen Restaurants stieg von 1.000-2.000 im Jahr 2018 auf 1.839 Anfang 2025. Diese Entwicklung wird durch ein wachsendes Interesse an gesunden, veganen und authentischen japanischen Gerichten unterstützt. Besonders jüngere Verbraucher zeigen eine Vorliebe für Ramen und Sushi, während Sushi-Anteile im deutschen Snack- und Fastfood-Markt von etwa 7% auf über 30% gestiegen sind. Die Nachfrage nach authentischer japanischer Küche nimmt zu, obwohl es in Deutschland nur etwa 100 authentische Restaurants gibt.
Marktchancen und Herausforderungen
Die Marktchancen für japanische Restaurants in Deutschland sind vielversprechend, besonders in weniger gesättigten Regionen. Mit über 45.000 Japanern, die in Deutschland leben, wird die Nachfrage weiter angetrieben. Handelsabkommen zwischen der EU und Japan erleichtern zudem den Import japanischer Lebensmittel. Trotz der Herausforderungen, die viele mittelgroße Marken weltweit erleben, zeigt der Markt für japanische Gastronomie, dass Authentizität und Qualität nach wie vor hohe Werte sind. Michelin-Sterne wurden bereits an mehrere japanische Restaurants in Deutschland vergeben, was die Qualität und den guten Ruf dieser Gastronomie unterstreicht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die japanische Restaurantkultur sowohl in Deutschland als auch international ein spannendes Wachstum erlebt. Während große und kleine Restaurants unterschiedliche Strategien verfolgen, bleibt die Nachfrage nach authentischer japanischer Küche ein zentraler Bestandteil dieses dynamischen Marktes.