In Thailand ist die Luftqualität zurzeit ein heißes Eisen, vor allem in den landwirtschaftlichen Regionen. Am 10. Februar 2026 gab die Geo-Informatics and Space Technology Development Agency (GISTDA) bekannt, dass die Satelldaten des Suomi NPP Satelliten eine besorgniserregende Anzahl von 381 Hotspots im Land aufgedeckt haben. Diese Hotspots, die vor allem in landwirtschaftlichen Gebieten zu finden sind, stehen im Verdacht, zur anhaltenden Luftverschmutzung beizutragen.

Wie die GISTDA berichtet, verteilen sich die Hotspots in Thailand wie folgt:

  • Landwirtschaftliche Bereiche: 105 Hotspots
  • ALRO-Landreformgebiete: 102 Hotspots
  • National reservierte Wälder: 88 Hotspots
  • Gemeinschafts- und andere Gebiete: 44 Hotspots
  • Schutzwälder: 38 Hotspots
  • Straßenränder entlang von Autobahnen: 4 Hotspots

Besonders alarmierend ist die hohe Anzahl an Hotspots in Nachbarländern, die bestenfalls nicht zur Entspannung der Situation beitragen. In Kambodscha sind sogar 3.877 Hotspots verzeichnet worden, gefolgt von Myanmar mit 902 Hotspots und Laos mit 579 Hotspots. Diese Werte können grenzüberschreitenden Rauch verursachen, der in den Grenzprovinzen Thailands eine ernsthafte Bedrohung darstellt. Daher sollten Bürger die Staubwerte regelmäßig überprüfen und bei Bedarf eine Maske tragen.

Die Rolle der Landwirtschaft

Weniger bekannt ist, dass die Landwirtschaft nicht nur in Thailand, sondern weltweit eine große Rolle bei der Luftverschmutzung spielt. Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) führt die intensive Landwirtschaft in Europa zur Bildung schädlicher Emissionen wie Ammoniak und Methan. In Deutschland verursachte die Landwirtschaft 2022 mehr als 75% der Methan-Emissionen und über 90% der Ammoniak-Emissionen. Diese Vorläuferstoffe sind nicht nur für die Luftqualität besorgniserregend, sondern sie tragen auch zur Bildung von Feinstaub und Ozon bei, die gesundheitliche Risiken bergen.

In Thailand sind die Hotspots besonders in landwirtschaftlichen Regionen konzentriert, was wieder einmal zeigt, wie eng Luftverschmutzung und landwirtschaftliche Praktiken miteinander verbunden sind. GISTDA rät dazu, sich regelmäßig über die aktuelle Luftqualität zu informieren, etwa über die Plattform disaster.gistda.or.th/fire.

Gesundheitliche Auswirkungen

Die gesundheitlichen Auswirkungen von verschmutzter Luft sind nicht zu unterschätzen. In Europa gehen Schätzungen davon aus, dass jährlich über 400.000 Menschen wegen Luftverschmutzung vorzeitig versterben. Ein hoher Anteil daran ist auf die Folgen von Feinstaub und Ozon zurückzuführen. In Deutschland sterben jährlich beinahe 70.000 Menschen aufgrund erhöhter Feinstaubkonzentration (PM2,5) und mehr als 20.000 aufgrund von Ozonbelastung. Dies zeigt: Es liegt in der Verantwortung aller, die Quellen der Luftverschmutzung zu minimieren.

Die DUH engagiert sich aktiv in Projekten zur Reduktion von Emissionen aus der Landwirtschaft und setzt sich unter anderem für Initiativen wie „Clean Air Farming“ und „Minus Methan“ ein. Ein besserer Umgang mit landwirtschaftlichen Praktiken könnte auch in Thailand dazu beitragen, die Luftqualität zu verbessern und gleichzeitig gesündere Lebensbedingungen zu schaffen.

Insgesamt ist es an der Zeit, ein helles Licht auf die Herausforderungen der Luftverschmutzung in Thailand zu werfen und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Luftqualität für alle Bürger zu verbessern. Es gibt viel zu tun, und jeder kleine Schritt zählt.