In Thailand wird momentan eine für viele überraschende Zeit durchlebt – das landesweite Alkoholverbot während der Wahlperiode überrascht nicht nur Einheimische, sondern auch ausländische Touristen. Die Regelung, die darauf abzielt, Stimmenkauf zu verhindern und einen friedlichen Wahltag zu gewährleisten, hat in beliebten Touristenzielen wie Bangkok und Phuket für Frustration gesorgt. The Thaiger berichtet, dass beispielsweise am 1. Februar während einer 24-stündigen Einschränkung zur vorzeitigen Stimmabgabe Touristen aus den USA nicht einmal ein Glas Wein bestellen konnten.
Betreiber von Restaurants und Bars berichten von verärgerten Gästen, die auf Limonade ausweichen mussten. Sorathep Steve, der fünf Lokale in Bangkok führt, bemerkt einen Umsatzrückgang um 50%, da circa die Hälfte seiner Kunden aus dem Ausland stammt. Auch Benny De Bellis aus Phuket meldet einen Rückgang von 30% während des vorzeitigen Wahlwochenendes, mit Sorge, dass die allgemeinen Wahlen noch massivere Verluste bringen könnten. Soorian, die Eigentümerin von Mrs B Bar & Table, schätzt einen Rückgang der Barkäufe um 90% ein.
Die Auswirkungen auf den Tourismussektor
Die Regelung hat weitreichende Folgen für die Wirtschaft, insbesondere für den Tourismussektor, der im letzten Jahr 33 Millionen internationale Ankünfte verzeichnete, was einen Rückgang um 7,2% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Während andere Länder ähnliche Alkohollimits an Wahltagen haben, warnen Vertreter der Tourismusbranche, dass solche Einschränkungen während der Hauptreisezeit das Image Thailands als sorgloses Urlaubsziel schädigen könnten. Bill Barnett von C9 Hotelworks weist darauf hin, dass wiederholte Einschränkungen während der Hochsaison die Wahrnehmung Thailands für wiederkehrende Reisende verändern könnten.
Acht bedeutende Tourismusverbände fordern Premierminister Anutin Charnvirakul auf, die zeitlichen Beschränkungen im thailändischen Alkoholgesetz BE 2568 (2025) aufzuheben, das seit dem 8. November in Kraft ist. Diese neuen Gesetze – die auch die Verkaufs- und Konsumverbote zwischen 14 und 17 Uhr sowie nach Mitternacht umfassen – haben laut ThailandTIP zu Verwirrung und finanziellen Einbußen geführt. Tourismusverbände argumentieren, dass diese Einschränkungen die Attraktivität des Landes in der Hochsaison beeinträchtigen und den illegalen Handel mit Alkohol fördern könnten.
Verwirrung durch neue Regelungen
Die verschärften Alkoholgesetze, meininfiziert durch kulturelle Aspekte des Buddhismus, haben auch für Reisende gewisse Vorbereitungen erforderlich gemacht. Abgesehen von den ohnehin bestehenden Wahlen müssen Touristen nun beim Alkoholkonsum strenger auf die Uhr schauen: Alkohol darf nur zwischen 11 und 14 Uhr sowie von 17 Uhr bis Mitternacht verkauft werden. Verstöße gegen diese Regelungen können mit Geldstrafen von bis zu 10.000 Baht (ca. 265 Euro) geahndet werden. Wochenblitz empfiehlt, sich vorab über die Regelungen zu informieren und die Sperrzeiten zu respektieren, um unerfreuliche Überraschungen zu vermeiden.
Während die TTR-Verbände die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Konsums betonen, schauen sie dennoch besorgt in die Zukunft und fordern Maßnahmen zur Überprüfung der bestehenden Regeln, um die Erholung des Touristensektors nicht weiter zu gefährden. Wenn Thailand weiterhin eine attraktive Urlaubsdestination bleiben will, müssen die Verantwortlichen ein Gleichgewicht zwischen Regulierungen und den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Landes finden.