In Bangkok, Thailand, zieht die Snake Farm des Queen Saovabha Memorial Institute (QSMI) Besucher aus aller Welt an. Geöffnet 1923, gehört sie zu den ältesten ihrer Art weltweit und ist eine zentrale Anlaufstelle für die Gewinnung von Antiserum gegen Schlangenbisse. Besonders beachtlich ist die Möglichkeit für interessierte Besucher, das „Melken“ von hochgiftigen Monokel-Kobras direkt zu beobachten. Dieses Melken ist nicht nur spektakulär, sondern auch lebensrettend, denn jährlich müssen in Südostasien zehntausende Menschen wegen Schlangenbissen behandelt werden, wobei über 15.000 dabei ums Leben kommen.

In Thailand selbst kommt es jährlich zu etwa 10.000 Schlangenbissen, vor allem in ländlichen Gebieten. Dank effizienter medizinischer Versorgung sind jedoch nur wenige Todesfälle damit verbunden – durchschnittlich weniger als 30 pro Jahr. Doch der Kampf gegen Schlangenbisse bleibt eine wichtige Herausforderung, die das QSMI ohne Frage ernst nimmt. Schlangenexperten der Einrichtung demonstrieren ständig, wie das Toxin gewonnen wird, um entscheidende Antiseren herzustellen. Der Prozess der Antiserum-Produktion beginnt mit der Hyperimmunisierung von Pferden, bei denen das Toxin injiziert wird, um Antikörper zu bilden, die später aus dem Pferdeplasma isoliert werden.

Forschung gegen Schlangengift

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hebt hervor, dass es weltweit über 600 giftige Schlangenarten gibt, und die Zusammensetzungen ihrer Gifte stark variieren. Diese Vielfalt spielt eine entscheidende Rolle im Erfolgsrezept der Antiserumproduktion. Doch die Wissenschaft steht nicht still: Während in Bangkok Antiseren produziert werden, machen innovativen Forschungsteams große Fortschritte.

Ein Team um Jacob Glanville in den USA hat ein breit gefächertes Antiserum entwickelt, das auf den natürlichen Antikörpern eines menschlichen Spenders basiert. Dieser Spender, Timothy Friede, hat über die Jahre hinweg Hunderte von Bissen erlitten und sich dabei gezielt immunisiert. Seine Erfahrungen und die isolierten Antikörper aus seinem Blut liefern nun vielversprechende Resultate gegen die Neurotoxine von 19 verschiedenen Schlangenarten der Familie Elapiden. Diese reichen von der hochgiftigen Königskobra bis zur gefürchteten Schwarzen Mamba.

Der entwickelte Antiserum-Cocktail bietet vollständigen Schutz bei 13 dieser Schlangenarten, während die medizinischen Tests an Hunden für die nächste Phase anstehen. Die Hoffnung ist, die Wirksamkeit und Dosierung weiter zu optimieren, bevor es an klinische Studien am Menschen geht. Ein großer Vorteil ist, dass die Antikörper menschlichen Ursprungs sind, was eine bessere Verträglichkeit erwarten lässt – ein wichtiger Fortschritt, der die bisherigen Methoden revolutionieren könnte.

Der Ausblick

Langfristig wollen die Forscher ein universelles Gegengift entwickeln, das sowohl Giftnattern als auch Vipern abdeckt. Bei der Vielzahl an Schlangenbissen weltweit, welche die WHO mit 5,4 Millionen pro Jahr angibt, ist die Suche nach effektiven Lösungen dringend notwendig. Um den verzweifelten Betroffenen eine bessere Chance auf Heilung zu geben, ist die Kombination aus traditioneller Antiserumproduktion und modernster biomedizinischer Forschung unerlässlich.

Im Kampf gegen Schlangenbisse und deren tödlichen Folgen spielen Institutionen wie die Snake Farm des QSMI eine unverzichtbare Rolle. Das Versprechen innovativer Antiseren könnte bald die Situation für viele Menschen weltweit erheblich verbessern. So bleibt zu hoffen, dass mit den fortschrittlichen Entwicklungen auch die Anzahl der Todesfälle durch Schlangenbisse weiter gesenkt werden kann.

Während medizinische Forschung und Bildung Hand in Hand gehen, bleibt uns die Welt der Schlangen stets ein spannendes Thema, das noch viele Geheimnisse birgt. Bleiben Sie dran für weitere Updates zu diesem wichtigen Thema!

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