Am 8. Februar 2026 fanden in Thailand die Parlamentswahlen statt, die für das Land weitreichende Folgen haben könnten. Die konservative Bhumjaithai-Partei (BJT) unter der Führung von Ministerpräsident Anutin Charnvirakul hat dabei überraschend deutlich gewonnen. Laut ersten Auszählungen erhielt die BJT 193 von insgesamt 500 Sitzen, was einer bemerkenswerten Verdreifachung ihrer bisherigen Mandatszahl entspricht. [jungewelt] berichtet, dass Anutin im Wahlkampf vor allem mit nationalistischen Themen und dem Grenzkonflikt mit Kambodscha punktete.

Doch wie sieht die politische Landschaft nach dieser Wahl aus? Die linksliberale Volkspartei (People’s Party, PP) konnte nur 118 Sitze erringen, obwohl sie in den Vorwahlumfragen noch deutlich vorne lag. In Bangkok triumphierte die PP und gewann alle Wahlbezirke, doch auch sie muss sich nun in die Opposition zurückziehen. Die Pheu-Thai-Partei, die bis vor kurzem eine Koalitionsregierung geführt hatte, fiel auf 74 Sitze und hat ihre Bedeutung verloren. Anutin wird nun Koalitionspartner suchen müssen, da kein Lager eine absolute Mehrheit erzielt hat – junge Welt. Mögliche Verbündete könnten die Klatham-Partei mit 58 Sitzen und die Pheu-Thai-Partei sein, auch wenn letztere erst kürzlich massive Einbußen hinnehmen musste.

Ein Referendum bringt Bewegung

Ein zentrales Thema während der Wahlen war zugleich das parallel abgehaltene Referendum zur Ersetzung der umstrittenen Verfassung von 2017, die unter Militärherrschaft erlassen wurde. Rund 60% der Wählerinnen und Wähler sprachen sich für einen Reformprozess aus, um eine demokratischere Verfassung zu erstellen. Anutin selbst betonte, dass sein Wahlsieg „allen Thailändern gehört, egal ob sie für uns gestimmt haben oder nicht“, [zeit] und beabsichtigt, das Vertrauen der Wähler zu honorieren.

Die BJT hat in der vergangenen Legislaturperiode unter anderem von starken Verbindungen zur Militärführung profitiert. Der Grenzkonflikt mit Kambodscha ist nach wie vor angespannt; Anutin hatte der Armee umfassende Befugnisse erteilt und dabei nationalistische Gefühle mobilisiert. Fragen der Majestätsbeleidigung, die vom umstrittenen Strafrechtsparagraphen 112 betroffen sind, bleiben ebenfalls ein heißes Thema für die PP, die sich nun in die Opposition zurückziehen muss.

Was kommt als Nächstes?

Die Wählerzahlen zeigen, dass Thailand politisch bewegter denn je ist. Bei einer Wahlbeteiligung, die als hoch eingestuft wird, haben etwa 53 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. Was vor drei Jahren als Volkssturm begann, könnte jetzt in eine neue politische Ära führen. Die nächste Zeit wird entscheidend dafür sein, wie Anutin und die BJT ihre Regierung aufstellen und mit den Koalitionsverhandlungen umgehen werden. Denn eines ist klar: Die Wahl vom 8. Februar war nicht nur ein Sieg für die BJT, sondern ein Signal für gründliche Veränderungen im thailändischen politischen System, [tagesschau] zumal keine Partei eine absolute Mehrheit erreichen konnte und die Wähler nach Reformen rufen.

Bleibt abzuwarten, ob Anutin Charnvirakul die notwendige Stabilität für eine funktionierende Regierung gewährleisten kann und ob die Versprechen einer neuen Verfassung in naher Zukunft Realität werden. In diesem politischen Wettlauf ist nach wie vor alles möglich.