Heute ist der 23.02.2026 und wir befinden uns im pulsierenden Herzen von Bangkok. Um neun Uhr morgens legt sich die Tropenhitze über die Stadt, während Jogger und Tai-Chi-Fans den Lumphini-Park verlassen. In dieser grünen Oase, umgeben von Wolkenkratzern und dem Geräusch des Stadtlebens, wird ein zwei Meter langer Bindenwaran von einem Touristen entdeckt. Dieser faszinierende Bewohner gleitet elegant ins Wasser eines Sees im Park. Schätzungen zufolge leben mehrere Tausend Bindenwarane (Varanus salvator) im Stadtzentrum von Bangkok, darunter Hunderte im Lumphini-Park.
Reptilienexperte Michael Cota erklärt, dass die Bestandsdichte in Bangkok höher ist als in natürlichen Lebensräumen, was auf das große Nahrungsangebot zurückzuführen ist. Die Fische im Lumphini-Park werden regelmäßig von Besuchern gefüttert, was zu einer Überpopulation der Warane führt. Vor zehn Jahren beschlossen die Behörden, diese Warane aus dem Park in ein Reservat umzusiedeln, nachdem es Beschwerden von Joggern und Radfahrern gab. Diese Umsiedlung war jedoch nicht mit Fachleuten abgestimmt und führte zu einer Zunahme der Jungtiere, da die größeren Warane entfernt wurden. Bindenwarane sind nicht mit den potenziell gefährlichen Komodowaranen zu verwechseln und sollten respektiert werden; sie sind nicht gefährlich, solange man sie in Ruhe lässt.
Die Faszination der Bindenwarane
Die Bindenwarane, die als „kleine Godzillas“ beschrieben werden, haben mittlerweile einen Platz im Herzen der Touristen erobert. Jährlich zieht Bangkok rund 23 Millionen Touristen an, viele von ihnen sind fasziniert von diesen beeindruckenden Echsen. Als die zweitgrößte Echsenart der Welt können Bindenwarane bis zu 3 Meter lang und 15 Kilogramm schwer werden. Die Warane profitieren von einem reich gedeckten Tisch durch menschliche Abfälle und finden in der Stadt ein geeignetes Lebensumfeld. Sie sind Generalisten und Opportunisten, die sich gut an verschiedene Bedingungen anpassen können und eine Vielzahl von Nahrungsmitteln fressen, einschließlich Aas und menschlicher Abfälle.
Obwohl die Bangkoker Behörden vor zehn Jahren versucht hatten, die Warane zu vertreiben, war dieser Versuch letztlich erfolglos. Stattdessen wurden Warnschilder im Lumphini-Park aufgestellt und eine große Waranstatue errichtet, um die Besucher auf die besonderen Gegebenheiten hinzuweisen. Im angrenzenden Benjakitti-Park leben auch Großaugen-Bambusotter, die als giftig, aber nicht aggressiv gelten. Reptilien in städtischen Gebieten sind kein Einzelfall; ähnliche Vorkommen gibt es auch in anderen Städten weltweit, wie etwa in Guayaquil und Trier.
Ein spannendes Ökosystem
Die Geschichte der Bindenwarane in Bangkok ist ein faszinierendes Beispiel für das Zusammenleben von Mensch und Tier in urbanen Räumen. Diese Reptilien sind nicht nur ein Teil des Stadtbildes, sondern auch ein Indikator für die Anpassungsfähigkeit der Natur an menschliche Einflüsse. Die Faszination der Touristen für die Bindenwarane zeigt, wie wichtig es ist, diese Tiere zu respektieren und ihren Lebensraum zu schützen. In einer Zeit, in der der Einfluss des Menschen auf die Umwelt immer größer wird, ist es von Bedeutung, solche einzigartigen Ökosysteme zu bewahren und zu verstehen.
Für weitere Informationen zu den Bindenwaranen in Bangkok und ihrer Rolle im städtischen Ökosystem, besuchen Sie die Quelle und die zweite Quelle.