Heute ist der 4.03.2026 und wir blicken nach Bangkok, wo das umstrittene Spektakel eines Boxkampfes mit Orang-Utans in der Safari World stattfindet. Jeden Morgen um 10 Uhr versammeln sich Hunderte von Zuschauern, darunter viele Kinder, die klatschen und lachen, während die Tiere in Sporthosen und Boxhandschuhen einstudierte Kämpfe aufführen. Daniel Merdes, Geschäftsführer der Tierschutz-Stiftung BOS Deutschland, äußert scharfe Kritik an diesen Shows. Er hat den Phnom Penh Safari Park besucht, wo ähnliche umstrittene Darbietungen stattfinden, und bemängelt die sexualisierten Bewegungen, die die Orang-Utans vorführen müssen, während laute Musik spielt. Diese Tiere, die in Deutschland unter dem Tierschutzgesetz als gefährdete Arten gelten, verbringen ihre Nächte auf kaltem Beton anstatt in ihren natürlichen Schlafnestern.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass Orang-Utans vom Aussterben bedroht sind und nur noch in den Regenwäldern von Borneo und Sumatra leben. Ihr Lebensraum wird durch Abholzung für Palmöl, Tropenholz, Kohle und Papier massiv bedroht. In den letzten Jahrzehnten wurden auf Borneo etwa 20 Millionen Hektar Urwald gerodet. Zudem sind Orang-Utans oft Opfer des Wildtierhandels, was ein lukratives Verbrechen darstellt, das jährlich bis zu 17 Milliarden Euro einbringt. Die Organisation BOS berichtet, dass viele dieser Tiere gewaltsam ihrer Heimat entrissen wurden, um in solchen Shows wie in der Safari World eingesetzt zu werden.

Die Realität der Orang-Utans

Die Situation der Orang-Utans ist alarmierend. Sie teilen 97 Prozent ihres Erbguts mit Menschen und sind sehr intelligente Tiere, die in komplexen sozialen Strukturen leben. Ihre natürliche Lebensweise wird durch menschlichen Konsum und die damit verbundene Zerstörung ihres Lebensraums stark beeinträchtigt. Jason Baker von PETA Asien hat bereits an Touristen appelliert, solche Einrichtungen zu meiden, während die Betreiber der Shows finanziell profitieren, während die Tiere leiden. In Deutschland wären solche Shows illegal, was die Frage aufwirft, warum sie in anderen Ländern weiterhin erlaubt sind.

Ein weiteres Beispiel für die traurige Realität dieser Tiere ist Habouba, ein Orang-Utan in Dubai, der für Fotos und Interaktionen ausgenutzt wird. Währenddessen engagiert sich BOS aktiv für den Schutz und die Rehabilitation der Orang-Utans, indem sie Waldschulen betreibt, um die Tiere auf ein Leben in der Wildnis vorzubereiten. Kapuan, ein Orang-Utan, der 2004 aus der Safari World gerettet wurde, konnte nach 20 Jahren Rehabilitation im November 2023 erfolgreich ausgewildert werden.

Der Weg zur Rehabilitation

Ein weiteres Beispiel ist Islo, ein männlicher Orang-Utan, der im Regenwald von Suaq von Forschenden begleitet wird. Islo zeigt sich selten, da er häufig in anderen Teilen des Regenwaldes nach Nahrung sucht. Während der Corona-Pandemie tauchte er jedoch wieder auf. Im Januar 2020 erlebte man eine „Flut“ von Orang-Utan-Babys, die in Auffang- und Pflegestationen eingeliefert wurden. Diese Tiere, wie das ca. 5 Monate alte Orang-Utan-Baby Rundeng, werden mehrere Jahre lang gepflegt, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können.

Insgesamt ist der Schutz der Orang-Utans nicht nur entscheidend für ihr Überleben, sondern auch für den Erhalt der Regenwälder und den Klimaschutz. Durch den Schutz von Orang-Utans wird auch ein kleiner Teil des Regenwalds bewahrt, was für das gesamte Ökosystem von großer Bedeutung ist. Die Zeit zu handeln ist dringend, um diesen faszinierenden Tieren eine Zukunft zu sichern. Für weitere Informationen über die Bemühungen zur Rettung der Orang-Utans können Sie die Website von BOS besuchen oder sich über das Orang-Utan-Schutzprogramm informieren.