In Bangkok, wo der Verkehr und die Menschenmengen normalerweise pulsieren, herrscht derzeit ein Gefühl der Verzweiflung unter vielen Reisenden. Der Grund? Chaos am Flughafen, da tausende Touristen aufgrund von Flugausfällen und Umleitungen gestrandet sind. Die Situation wird noch komplizierter durch die Luftraumsperrungen, die sich aus dem aktuellen Konflikt im Nahen Osten ergeben. Ein älterer Herr saß sichtlich verzweifelt am Flughafen, während eine junge Frau eine Panikattacke erlitt. Die Schilderungen von Reisenden, die versuchen, nach Europa zurückzukehren, sind alarmierend. Eine Münchnerin berichtet von einer „unfreiwilligen Verlängerung“ ihres Urlaubs und einem Ticket über Peking, das sie für mehrere Tausend Euro ergatterte.
Die Lage ist nicht nur für Deutsche angespannt. Mehrere tausend Reisende warten auf Umbuchungen durch Airlines, die aufgrund der geschlossenen Lufträume über der Golfregion sowie über die Ukraine und Russland gezwungen sind, Umwege zu fliegen. Direktflüge sind nur wenige verfügbar, und Reisende, die sich in Städten wie Bangkok, Melbourne, Neu-Delhi oder Manila befinden, sitzen fest, da die meisten Flüge über Drehkreuze wie Dubai laufen. Besonders hart trifft es Touristen in Australien und Neuseeland, die ohne Umstieg im Nahen Osten nicht nach Hause gelangen können.
Die Ursachen der Flugausfälle
Der israelisch-iranische Krieg zwingt Airlines, erhebliche Umwege beim Flugverkehr zwischen Europa und Asien zu nehmen. Die Luftraumsperrung über dem Iran hat dazu geführt, dass zwei Hauptflugkorridore eingerichtet wurden: eine südliche Route über das Rote Meer und Saudi-Arabien nach Indien und eine nördliche Route über die Türkei und Georgien nach China. Diese Umleitungen verlängern die Flugzeiten nach Asien, bei Lufthansa sogar um bis zu eine Stunde. Zudem gibt es Probleme bei der Einsatzplanung von Crews und Flugzeugen. Einige Airlines, wie El Al, haben bereits ihren Betrieb vorübergehend eingestellt, während andere, wie Swiss, nicht mehr nach Tel Aviv fliegen.
Die Sicherheitslage hat auch Auswirkungen auf den Luftverkehr im Nahen Osten. Wichtige Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi und Doha sind entweder geschlossen oder stark eingeschränkt. Rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter sind von den Luftraumsperrungen betroffen, und über 3.400 Flüge wurden an großen Flughäfen der Region gestrichen. Die Lufthansa hat Flüge in die Region bis zum 8. März ausgesetzt, einschließlich Verbindungen nach Tel Aviv und Beirut. Reisende werden von den Veranstaltern betreut und bei Bedarf untergebracht.
Reisewarnungen und Krisenvorsorge
Die Situation hat das Auswärtige Amt dazu veranlasst, Reisewarnungen für mehrere Länder in der Region auszusprechen, darunter Israel, Jordanien und Saudi-Arabien. Reisende werden aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und sich über mögliche Ausreisemöglichkeiten zu informieren. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da viele Reisende sich in einer ungewissen Lage befinden und auf schnelle Lösungen hoffen.
Insgesamt zeigt sich, dass die militärische Eskalation im Nahen Osten zu einer weitgehenden Lahmlegung des Luftverkehrs führt. Die Reisebranche steht vor einer enormen Herausforderung, und die Situation bleibt angespannt. Ob und wann die Reisenden in Bangkok und anderswo wieder sicher nach Hause fliegen können, bleibt abzuwarten. Für weitere Informationen zur aktuellen Lage können Sie die Artikel auf T-Online, Stern und Tagesschau verfolgen.