Heute ist der 24.02.2026. An der thailändisch-kambodschanischen Grenze kam es am 24. Februar zu einem erneuten Feuergefecht, das die bereits angespannte Lage zwischen den beiden Ländern weiter eskalieren lässt. Laut Berichten reagierte das thailändische Militär auf einen Angriff kambodschanischer Streitkräfte in der Provinz Sisaket, der als Verstoß gegen die im Dezember vereinbarte Waffenruhe verurteilt wurde. Kambodschanische Truppen feuerten eine 40-Millimeter-Granate in der Nähe einer thailändischen Patrouille ab, während die thailändischen Streitkräfte das Feuer mit einem Schuss aus einem M79-Granatwerfer erwiderten, um sich zu verteidigen und als Warnung zu fungieren. Glücklicherweise gab es keine Verletzten unter den thailändischen Soldaten.

Der Vorfall wird von einem Militärsprecher als klarer Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen gewertet. Erste Einschätzungen deuten darauf hin, dass der Vorfall durch einen Truppenwechsel in Kambodscha verursacht wurde. Das neue Personal sei nicht ausreichend mit den Vorschriften und der Befehlskette vertraut gewesen. Phnom Penh hingegen wies die thailändischen Anschuldigungen als „völlig falsch und erfunden“ zurück.

Der Konflikt und seine Ursachen

Der Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha dreht sich um die Abgrenzung einer rund 800 Kilometer langen Grenze, die während der französischen Kolonialzeit gezogen wurde. Diese Grenzstreitigkeiten haben in der Vergangenheit zu mehreren bewaffneten Auseinandersetzungen geführt. So eskalierte der Konflikt im Oktober 2025, nur sechs Wochen nach der Unterzeichnung eines Waffenruheabkommens. Heftige Gefechte an der Grenze führten dazu, dass zehntausende Bewohner in Schutzunterkünfte oder sicherere Gebiete flüchten mussten. Beide Länder setzten Soldaten und schwere Geschütze ein, wobei die thailändische Luftwaffe Angriffe auf kambodschanische Armeestellungen durchführte, mit dem Ziel, das kambodschanische Militär langfristig zu dezimieren.

Kambodschas Senatspräsident Hun Sen erklärte, dass man zunächst Zurückhaltung gezeigt habe, nun jedoch zur Verteidigung kämpfe. Experten weisen auf ungleiche Kräfteverhältnisse hin, da Kambodschas Armee nur ein Drittel so groß ist wie die Thailands und das Land zudem keine Luftwaffe hat. Die Zivilbevölkerung leidet am meisten unter dem Konflikt, und die Evakuierten ruhen sich in den Notunterkünften in Thailand aus. Der grenüberschreitende Handel und die Arbeitsmigration zwischen den beiden Ländern sind erheblich gestört.

Die humanitären Folgen

Die humanitären Folgen der Kämpfe sind verheerend. In Kambodscha starben mindestens sieben Zivilisten, und 20 wurden verletzt. Berichten zufolge kamen in Thailand vier Soldaten ums Leben. In den vier thailändischen Grenzprovinzen wurden fast 500 Notunterkünfte eingerichtet, in denen über 125.000 Menschen untergebracht sind. Der kambodschanische Informationsminister berichtete von fast 55.000 Evakuierten aus seinem Land. Angesichts der anhaltenden Gewalt warnte das Auswärtige Amt vor Reisen in das Grenzgebiet und riet von Reisen in angrenzende Provinzen ab.

Die Situation bleibt angespannt und die Vorwürfe, die Waffenruhe verletzt zu haben, werden von beiden Seiten weiterhin erhoben. Der Konflikt muss im Kontext der regionalen Stabilität und der internationalen Beziehungen betrachtet werden, da die Spannungen zwischen den beiden Ländern nicht nur lokale, sondern auch geopolitische Auswirkungen haben können. In einer Zeit, in der Frieden und Stabilität in der Region von größter Bedeutung sind, bleibt zu hoffen, dass langfristige Lösungen gefunden werden, um die humanitären Auswirkungen dieses Konflikts zu mildern.

Für weitere Informationen zu den Entwicklungen in dieser Region können Sie die Quellen hier und hier nachlesen.