Heute ist der 28.02.2026 und wir befinden uns in Bangkok, einem der aufregendsten Reiseziele der Welt. Hier hat der 33-jährige Pilot Joung-Gi Jost aus Südkorea seinen Alltag. Er lebt in Frankfurt, aber seine Arbeitsbasis ist in München, von wo aus er regelmäßig Langstreckenflüge nach Bangkok, Seoul, Tokio und New York steuert. Diese Flüge sind nicht nur eine Herausforderung für ihn, sondern auch für die gesamte Luftfahrtbranche.

Die Flugzeit nach Bangkok beträgt stolze zehn Stunden, und der Rückflug dauert sogar elf Stunden. Aufgrund globaler Krisen müssen viele Länder umflogen werden, was zusätzliche Zeit und Treibstoff erfordert. Die Routenplanung ist also ein komplexer Prozess, der ständige Anpassungen erfordert. Auf seinem Flug nach Bangkok sind insgesamt 274 Passagiere, 800 Essen, 300 Liter Frischwasser, 100 Flaschen Wein und Sekt sowie 20 Liter Tomatensaft eingeplant. Für die lange Reise sind gleich drei Piloten im Cockpit: der Kapitän, der Senior-First-Officer und der First Officer. Das macht deutlich, wie herausfordernd und verantwortungsvoll der Beruf eines Piloten ist.

Herausforderungen im Luftverkehr

Das DLR-Institut für Luftverkehr analysiert die zukünftige Entwicklung des Luftverkehrs und der Emissionen. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Kapazitätsgrenzen von Flughäfen und das gesamte Luftfahrtsystem gelegt. Technologische Innovationen spielen eine entscheidende Rolle für einen klimaverträglichen Luftverkehr. Die Abteilung entwickelt Luftverkehrsprognosen und -szenarien, die politischen Entscheidungsträgern, Behörden und Fluggesellschaften als wertvolle Orientierung dienen. Das Ziel ist es, einen effizienten und zukunftsfähigen Luftverkehr zu gestalten, der den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht wird.

Die Forschung liefert datenbasierte Antworten auf Entwicklungen im globalen Luftverkehrssystem, und interdisziplinäre Zusammenarbeit ist dabei unerlässlich. Die Schwerpunkte der Forschung umfassen die Analyse der Nachfrage und des Angebots im Luftverkehr, die Bewertung neuer Technologien sowie nachhaltigkeitsorientierte Modellierungen zur Bewertung der Luftverkehrsentwicklung in Bezug auf Klimaziele und Emissionen. Hierbei kommen international abgestimmte Modelle zum Einsatz, die kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Weg zur Emissionsreduktion

Ein besonders wichtiger Aspekt ist der Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) Aktionsplan zur Reduktion von CO2-Emissionen aus der Luftfahrt für Deutschland. Die vierte Auflage dieses Plans wurde im Januar 2025 an die ICAO übermittelt und enthält grundlegende Prognosen zu den CO2-Emissionen des internationalen Luftverkehrs sowie konkrete Maßnahmen zur Emissionsreduktion in den Bereichen Technologie, nachhaltige Flugkraftstoffe, Flugbetrieb und marktbasierte Maßnahmen. Dieser Plan ist nicht nur ein nationaler, sondern auch ein gemeinsamer europäischer Teil, der wichtige Entwicklungen und Maßnahmen bündelt.

Das Dokument beschreibt die nationalen Gremien, Forschung und Entwicklung sowie nationale Aktionen zur Reduktion der CO2-Emissionen im Luftverkehr. Diese umfassenden Maßnahmen sind notwendig, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und einen nachhaltigeren Luftverkehr zu fördern. Der Luftverkehr steht also an einem Wendepunkt, und die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie sich die Branche entwickelt.