Thailand, ein beliebtes Reiseziel, hat in den letzten Jahren die Notwendigkeit erkannt, den Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Die Tourism Authority of Thailand (TAT) hat deshalb eine umfassende Reform ihrer nachhaltigen Initiativen angekündigt. Im Rahmen dieser Reform werden 20 thematisch und geografisch definierte „Green Routes“ geschaffen, die ökologische Maßnahmen mit touristischen Angeboten und regionaler Wertschöpfung verbinden. Fünf Regionen stehen dabei im Fokus: Bangkok, Nan, Loei, Krabi und Surat Thani. Ziel dieser Routen ist es, den Tourismus umweltfreundlicher zu gestalten und gleichzeitig die Lebensqualität der Einheimischen zu verbessern. Weitere Informationen zu diesen Initiativen finden Sie in einem Artikel auf tip-online.at.

In Bangkok beispielsweise sind nachhaltige Stadttouren auf historischen Wasserwegen geplant. Die Route folgt dem Phadung-Krung-Kasem-Kanal und nutzt solarbetriebene Boote sowie öffentliche Verkehrsmittel. Die Tour beinhaltet Besuche von Tempelanlagen, Märkten und Museen, wie dem Pipit Banglamphu Local Heritage Museum, wodurch auch lokale Initiativen gefördert werden.

Regionale Schwerpunkte

Die Region Nan legt den Fokus auf Radmobilität, Handwerk und Community-Tourismus. Hier können Touristen historische Tempel, wie den Wat Phumin, und traditionelle Dörfer besuchen. Die Angebote umfassen Töpfereien, Webereizentren sowie regionale Küche mit saisonalen Zutaten und Workshops.

In Loei hingegen steht das Slow Travel am Mekong im Mittelpunkt, insbesondere rund um Chiang Khan. Die Route führt vorbei an historischer Holzarchitektur und Aussichtspunkten wie dem Skywalk und ermöglicht Besuche von landwirtschaftlichen Betrieben sowie Naturerlebnissen am Fluss.

Krabi positioniert sich als „Eco-Wellness“-Destination und bietet natürliche Thermalquellen im Regenwald von Khlong Thom. Die Region setzt auf nachhaltige Wellness-Resorts, organische Küchenkonzepte und Zero-Waste-Ansätze in der Gastronomie.

Surat Thani verbindet hochwertige Küstenresorts mit naturnahen Erlebnisrouten. Kajaktouren im Mu Ko Ang Thong Nationalpark sowie Schutzmaßnahmen für Ökosysteme stehen hier im Vordergrund. Floating-Unterkünfte im Regenwald von Khao Sok und Resorts, die auf Energieeffizienz und plastikreduzierte Abläufe setzen, runden das Angebot ab.

Herausforderungen des Tourismus

Die Herausforderungen für den Tourismus in Thailand sind vielfältig. Im Jahr 2019 generierte der Tourismus etwa 2 Billionen Baht und machte fast 11% des BIP aus. Über 39 Millionen internationale Touristen besuchten Thailand, was zu einem Phänomen führte, das als „Weiße Lotuseffekt“ bekannt ist. Dieser beschreibt die negativen Auswirkungen des Tourismus auf lokale Kulturen und Ökosysteme. Überbevölkerung und Überlastung der Ressourcen in touristischen Hotspots wie Bangkok und Chiang Mai haben zu einem Anstieg der Lebenshaltungskosten um bis zu 30% geführt, während kulturelle Praktiken oft kommerzialisiert werden, um den Bedürfnissen der Touristen gerecht zu werden.

Thailand erkennt zunehmend die Notwendigkeit nachhaltiger Tourismusstrategien, um das natürliche und kulturelle Erbe zu bewahren. Initiativen wie der gemeindebasierte Tourismus (CBT) fördern die lokale Einbindung und sichern, dass Einnahmen in der Gemeinschaft bleiben. Die thailändische Regierung hat auch Maßnahmen zur Förderung nachhaltigen Tourismus ergriffen, einschließlich der Kampagne „Go Green“ und der Einschränkung des Tourismus an ökologisch sensiblen Orten.

Langfristige Perspektiven

Das Umweltbundesamt hat sich ebenfalls mit den Umweltauswirkungen des Tourismus befasst und empfiehlt Maßnahmen zur Reduzierung. Es wurde festgestellt, dass die Tourismuswirtschaft ein wachsender Bereich ist, dessen Übernachtungen von 351,2 Millionen im Jahr 2006 auf 447,2 Millionen im Jahr 2016 gestiegen sind. Insbesondere der CO2-Ausstoß durch touristischen Verkehr trägt zum Klimawandel bei. Daher ist es wichtig, dass die Tourismuswirtschaft sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellt und langfristige Ansätze verfolgt, die lokale Gemeinschaften und den Schutz natürlicher Ressourcen berücksichtigen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nachhaltiger Tourismus in Thailand nicht nur wirtschaftliches Wachstum unterstützen kann, sondern auch den Erhalt des kulturellen Erbes und der Umwelt fördert. Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, NGOs, lokalen Gemeinschaften und staatlichen Stellen ist entscheidend, um diese Ziele zu erreichen und den Herausforderungen des Tourismus zu begegnen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in einem Artikel des Umweltbundesamtes unter umweltbundesamt.de.