Am internationalen Flughafen Bangkok wurde kürzlich ein 36-jähriger Vietnamesischer Staatsbürger festgenommen, der mit illegal geschmuggelten Rhinozeros-Hörnern unterwegs war. Die thailändische Polizei entdeckte insgesamt 11 Kilogramm dieses kostbaren Materials, als sie Unregelmäßigkeiten im Röntgen-Scan seines Gepäcks bemerkten. Darin fand sich eine Styropor-Kühlbox, die nicht nur 12 Kilogramm Fleisch, sondern auch sechs Rhinozeros-Hörner enthielt. Diese Hörner sind auf dem Schwarzmarkt hoch im Kurs, da sie in der traditionellen asiatischen Medizin als Heil- und Potenzmittel angesehen werden.

Der Verdächtige war auf dem Weg von Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo nach Laos, was die internationalen Verbindungen im Handel mit Rhinozeros-Hörnern verdeutlicht. Laut Stern könnte ihm eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren drohen, zusätzlich zu einer Geldstrafe von bis zu 1 Million Baht, was etwa 27.000 Euro entspricht. Der Handel mit aller fünf Nashornarten ist international verboten und dennoch blüht der Schmuggel weltweit.

Eine internationale Herausforderung

Der Fall in Bangkok ist Teil eines größeren Problems. Der illegale Handel mit Rhinozeros-Hörnern stellt eine wesentliche Bedrohung für die Biodiversität dar und wird oft mit organisiertem Verbrechen in Verbindung gebracht. Laut der Wildlife Justice Commission (WJC) ist der Schmuggel von Rhinozeros-Hörnern eng mit dem Wilderei-Geschäft in Afrika verknüpft, das von Konsummärkten in Asien angeheizt wird. Der Markt für Rhinozeros-Hörner ist nach wie vor aktiv, wobei die Nachfrage in Ländern wie Vietnam, China und Laos erheblich bleibt.

Die WJC arbeitet eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um diese Netzwerke zu untersuchen und zu zerschlagen. Die Fortschritte bei der Bekämpfung des illegalen Handels sind jedoch gemischt: Während im Jahr 2019 die globalen Beschlagnahmungen von Rhinozeros-Hörnern ihren Höhepunkt erreichten, sind sie in den letzten Jahren um 90 % gesunken. Dennoch zeigen aktuelle Trends, dass die Seizuren im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr dreimal so hoch sind, was auf eine Anpassung der Aktivitäten der Schmuggler schließen lässt.

Die Rolle Thailands

Thailand hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Transitpunkt für den Handel mit Rhinozeros-Hörnern entwickelt. Die Polizei verstärkt ihre Maßnahmen, um dem wachsenden Problem Herr zu werden. Der Verdächtige in diesem jüngsten Fall könnte zwar eine Einzelperson gewesen sein, doch hinter der Fassade stehen komplexe Netzwerke, die eine koordinierte internationale Zusammenarbeit erfordern.

Die Herausforderungen im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel sind zahlreich. Korruption bleibt ein bedeutender Faktor, der das Verbrechen fördert, und es ist unerlässlich, dass Untersuchungen parallel zu den Fällen von Wilderei durchgeführt werden. Um die Netzwerke effektiv zu zerschlagen, sind intelligente Ansätze und internationale Kooperation erforderlich, um die finanziellen Flüsse, die diese kriminellen Aktivitäten unterstützen, zu unterbinden. Die Zukunft des Rhinozeros steht auf der Kippe, und jeder dieser Felle bringt uns näher an die Grenze einer möglichen Ausrottung.

Die Situation verdeutlicht die Dringlichkeit, mit der Maßnahmen gegen den Wildtierhandel ergriffen werden müssen. Es bleibt abzuwarten, wie Thailand und andere betroffene Länder ihre Strategien anpassen werden, um diesem ernsten Problem entgegenzuwirken. In der Zwischenzeit ist die Hoffnung, dass durch verstärkte internationale Zusammenarbeit und zielgerichtete Strafverfolgung ein Umdenken im Handel mit Rhinozeros-Hörnern eintreten kann.

Für weitere Informationen über die aktuellen Trends im Rhinozeros-Horn-Handel lassen Sie sich von der Wildlife Justice Commission inspirieren.