Am 8. Februar 2026 blickt die Welt gespannt auf Thailand, das soeben eine richtungsweisende Parlamentswahl abgehalten hat. Die konservative Regierungspartei Bhumjaithai hat die Wahl gewonnen und liegt laut Wahlkommission mit rund 180 der 500 Sitze im Repräsentantenhaus deutlich vorn. Ihre Mitbewerber, die reformorientierte People’s Party (PP), die lange als Favorit galt, muss sich mit etwa 80 Mandaten zufriedengeben und hat ihre Niederlage bereits eingestanden. Politske Beobachter von ZVW bezeichnen diese Wahl als eine der bedeutendsten in der Geschichte Thailands, nicht nur wegen der Sitzverteilung, sondern auch wegen des parallel durchgeführten Referendums zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung.

Die Wähler wurden aufgefordert, über eine neue, demokratischere Verfassung abzustimmen, um zu zeigen, ob sie bereit sind, die alte, unter militärischem Einfluss 2017 geschaffene Verfassung hinter sich zu lassen. Es gab eine deutliche Mehrheit für die Reformen, was Hoffnung auf frischen Wind in der thailändischen Politik weckt. Diese alten Regelungen gestatten nicht gewählten Institutionen wie dem Senat, politischen Einfluss auszuüben, was die Notwendigkeit eines Wandels umso dringlicher erscheinen lässt, berichtet Tagesspiegel.

Einige interessante Fakten zur Wahl

  • Rund 53 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.
  • Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 75 Prozent, was zeigt, dass die Thailänder an ihrer politischen Zukunft interessiert sind.
  • Die PP war in Umfragen häufig führend, hat jedoch angekündigt, in die Opposition zu gehen, falls sie verliert.
  • In Bangkok konnte die PP alle Wahlbezirke für sich entscheiden.
  • Die Pheu-Thai-Partei wird voraussichtlich drittstärkste Kraft und gilt als politischer Arm des Shinawatra-Clans.

Die Parlamentswahl brachte allerdings auch eine Herausforderung für die Zukunft mit sich: Keine der Parteien konnte eine absolute Mehrheit erzielen. Dies kann zu schwierigen Koalitionsverhandlungen führen. Angesichts der bevorstehenden Gespräche stehen alle Zeichen auf Kompromiss, und die politische Szenerie bleibt angespannt. Anutin Charnvirakul, der als Regierungschef seit September im Amt ist, sah sich gezwungen, die Neuwahlen einzuberufen, während Thailand in einem Grenzkonflikt mit Kambodscha steckte. Er hatte im Wahlkampf versprochen, die Bevölkerung zu schützen und war ein Vorreiter bei der Entkriminalisierung von Cannabis, was in der heutigen Zeit ein heißes Eisen ist.

Besonders niedrigschwellig für die Wähler war auch das am Wahltag verhängte 24-stündige Alkoholverbot, eine traditionelle Maßnahme, um die Ordnung während der Wahl sicherzustellen. Ob dies auch der Grund für eine hohe Wahlbeteiligung war, bleibt Spekulation.

Wie es mit den Reformen zur neuen Verfassung weitergeht, bleibt ungewiss. Eines steht jedoch fest: Die politische Landschaft in Thailand steht vor einem Umbruch, und die Wähler haben ein Zeichen für Veränderung gesetzt. Es bleibt abzuwarten, ob die Stimmen für eine neue Verfassung auch zu tatsächlichen Reformen führen werden.