Eine alarmierende Situation zeichnet sich in der Antarktis ab: Forscher berichten von neuen Fällen der Vogelgrippe, die besonders gefährliche Auswirkungen auf die lokale Tierwelt hat. Am 18. Februar 2026 wurde die Entdeckung mehrerer infizierter Tiere bekannt gegeben, unter ihnen Antarktische Kormorane, Kelp-Möwen, Adelie-Pinguine, Gentoo-Pinguine und Antarktische Seelöwen. Der Wissenschaftler Victor Neira von der Universität Chile und dem Chilean Antarctic Institute (INACH) warnt vor einem Virusstamm, der „fähig, 100 Prozent“ der infizierten Tiere zu töten ist. Diese besorgniserregende Entwicklung könnte katastrophale Folgen für die ohnehin kleinen Populationen der betroffenen Arten haben, wie etwa die der Antarktischen Kormorane und Skuas, deren Gesamtanzahl rund 20.000 beträgt.
Das Virus breitet sich entlang einer Küstenlinie von 900 Kilometern (560 Meilen) aus und hat bereits hohe Sterblichkeitsraten gezeigt. In einigen Gebieten kann es innerhalb von ein bis zwei Tagen 90 bis 100 Prozent der Tiere töten. Dies ist besonders besorgniserregend, da die Antarktis aufgrund ihrer isolierten Tierpopulationen besonders anfällig für solche Ausbrüche ist. Die ersten Hinweise auf diesen gefährlichen Stamm wurden bereits im April 2024 bei fünf Skuas entdeckt. Seitdem hat sich das Virus in der Region verbreitet, wo Forschung möglich ist, und zeigt keine Anzeichen einer Eindämmung.
Die Rolle der Skuas und die Ausbreitung des Virus
Die Situation wird durch die hohen Sterberaten unter den Skuas weiter verschärft. Mehr als 50 Skuas sind während der Sommer 2023 und 2024 an der hochpathogenen aviären Influenza (H5N1) gestorben, was den ersten bestätigten Wildtiertod durch das Virus auf dem Kontinent darstellt. Eine Studie, die von Erasmus MC in den Niederlanden und der University of California, Davis, durchgeführt wurde, zeigt, dass die Skuas durch ihr Aasfresserverhalten einem höheren Risiko ausgesetzt sind, das Virus zu fangen und zu verbreiten. Im Januar und Februar 2024 wurden H5N1-Viren bei einem Kelp-Gull und zwei Skuas nachgewiesen, die tot aufgefunden wurden.
Die Entdeckung des Virus in der Antarktis ist nicht neu, denn es hat sich seit 2021 von Asien aus weltweit verbreitet, auch in entlegene Gebiete der Antarktis. Erste Nachweise der H5N1-Variante bei Skuas wurden im Südatlantik im Oktober 2023 gemacht. Die Einschleppung des Erregers wird dabei vermutet, dass sie durch Zugvögel aus Südamerika erfolgt ist. Diese Entwicklungen unterstreichen die Notwendigkeit einer verstärkten Überwachung und Überprüfung der Wildtiere in der Antarktis, um die Verbreitung des Virus zu reduzieren.
Konsequenzen für die antarktische Tierwelt
Die hohe Anzahl toter Vögel deutet auf eine hochansteckende Variante des Virus hin. In den betroffenen Gebieten, wie Südgeorgien, James Ross Island und King George Island, sind die Auswirkungen bereits deutlich spürbar. Im Februar 2024 wurden grippekranke Vögel auf James Ross Island festgestellt, und eine Langzeitüberwachung auf King George Island hat gezeigt, dass die Mortalitätsrate des aktuellen H5N1-Stamms bei Wildvögeln fast 100 Prozent beträgt. Die beengten Brutgebiete erhöhen das Risiko der Ansteckung in Kolonien erheblich.
Besonders besorgniserregend ist das Risiko der Übertragung des Virus auf Säugetiere, was zu weiteren Krankheitswellen führen könnte. Bereits in Chile, Peru und Argentinien wurde ein Massensterben bei Robben und Seelöwen durch H5N1 dokumentiert. Dabei sind zwar einzelne Infektionen bei Menschen nach Kontakt mit infizierten Vögeln bekannt, jedoch gibt es bislang keine Hinweise auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung.
In Anbetracht des Klimawandels, der die Artenzusammensetzung auf King George Island beeinflusst, könnte die Situation noch komplizierter werden. Kapsturmvögel sind verschwunden, während Riesensturmvögel und Eselspinguine zunehmen. Die nächste Antarktis-Expedition zur weiteren Erforschung der Vogelgrippe und des Klimawandels ist für November geplant, und die Wissenschaftler hoffen, neue Erkenntnisse zu gewinnen, um diese beunruhigende Entwicklung besser zu verstehen und möglicherweise einzudämmen.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen können Sie die vollständigen Berichte hier nachlesen: Bangkok Post, Science Daily und Wissenschaft.de.