Bei der Parlamentswahl in Thailand am 9. Februar 2026 hat die konservative Regierungspartei „Bhumjaithai“, unter der Führung von Premierminister Anutin Charnvirakul, die meisten Stimmen auf sich vereinen können. Laut Deutschlandfunk erreichte Bhumjaithai rund 200 der 500 Mandate, während die „People’s Party“, die vor der Wahl als Favorit galt, mit etwa 80 Mandaten weniger auf dem zweiten Platz landete. Die People’s Party hat ihre Niederlage bereits öffentlich eingeräumt. Anutin Charnvirakul trat die Nachfolge seiner Vorgängerin Paetongtarn Shinawatra an, die aufgrund eines Grenzkonflikts mit Kambodscha vom Verfassungsgericht abgesetzt wurde.

Insgesamt gewann Bhumjaithai laut inoffiziellen Ergebnissen etwa 193 Sitze im Repräsentantenhaus, was einen deutlichen Sieg für eine konservative Partei darstellt. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 65%, was im Vergleich zur Wahl 2023 einen Rückgang darstellt. Dies ist das erste Mal seit Jahren, dass eine konservative Partei in Thailand so stark abschneidet, wie Independent berichtet.

Koalitionsverhandlungen und zukünftige Herausforderungen

Anutin hat angekündigt, einen oder zwei Partner für die Bildung einer Koalitionsregierung zu suchen. Die „People’s Party“ liegt mit 118 Sitzen auf dem zweiten Platz und hat alle Wahlkreise in Bangkok sowie eine Mehrheit in den angrenzenden Provinzen gewonnen. Trotz dieser Erfolge wird allgemein angenommen, dass Pheu Thai, die politische Maschine des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra, die mit 74 Sitzen ein enttäuschendes Ergebnis erzielt hat, bereit ist, einer Koalitionsregierung unter Bhumjaithai beizutreten, falls sie eingeladen wird.

Die Wahl fand vor dem Hintergrund eines langsamen Wirtschaftswachstums sowie eines zunehmenden Nationalismus statt. Ein Referendum, das am Wahltag stattfand, zeigte, dass etwa 60% der Wähler für den Beginn eines formellen Entwurfsprozesses zur Ersetzung der 2017 verabschiedeten Militärverfassung stimmten. Dies könnte die politischen Strukturen in Thailand nachhaltig beeinflussen, da die Fragen der Verfassung und der nationalen Identität stark im Vordergrund stehen.

Politische Landschaft und Ausblick

Die politische Landschaft in Thailand hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Nach den Parlamentswahlen 2023 wurden mehrere Koalitionsregierungen gebildet, die teilweise auch mit konservativen und pro-militärischen Parteien zusammenarbeiteten. Anutin, der seit September 2025 Premierminister ist, hatte das Parlament auflösen müssen, um eine Neuwahl abzuhalten, nachdem er mit einem Misstrauensvotum konfrontiert war. Dabei profitierte seine Partei von einem Netz aus traditionellen Patronagen und einer starken Basis in den Provinzen laut Wikipedia.

Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich die politische Situation weiter entwickeln wird und ob Anutin und seine Bhumjaithai-Partei in der Lage sind, ihre Koalitionsverhandlungen erfolgreich zu gestalten. Die Herausforderung wird sein, eine stabile Regierung zu formen, die sowohl die Unterstützung der Wähler als auch die dringenden wirtschaftlichen und sozialen Bedürfnisse des Landes berücksichtigt.