In einem privaten Raubtierpark in Chiang Mai, Thailand, sind tragischerweise mehr als 70 Tiger an einem hochansteckenden Virus gestorben. Der Ausbruch, der Anfang Februar 2026 festgestellt wurde, hat das Veterinäramt von Chiang Mai alarmiert, nachdem Infektionen mit dem Staupe-Virus sowie Bakterien bei den Tieren nachgewiesen wurden. Insgesamt verendeten 72 Tiger in dem Park, der unter dem Namen „Tiger Kingdom“ bekannt ist und es Touristen ermöglicht, die Tiere zu berühren und Fotos mit ihnen zu machen. Aufgrund des Ausbruchs wurde der Park am 8. Februar vorübergehend geschlossen, und die Behörden versuchen nun, die Situation durch umfassende Säuberungen der Gehege und Impfungen der verbliebenen Tiger zu kontrollieren.

Die Symptome der Erkrankung wurden laut einem Sprecher der Veterinärbehörde zu spät erkannt, da Pantherkatzen nicht im engen Kontakt mit Menschen leben. Dies hat zu einer hohen Todeszahl geführt, die Kritsayarm Kongsatri, Direktor der Naturschutzbehörde in Chiang Mai, als ungewöhnlich bezeichnete. Ein Sprecher von Peta äußerte sich besorgt und erklärte, dass die Tiger in Elend, Gefangenschaft und Angst gestorben seien. Tierschützer kritisieren die Bedingungen in solchen Einrichtungen und fordern, dass Touristen fernbleiben, um solche Tragödien zu verhindern.

Die Gefahren des Staupe-Virus

Staupe ist eine fieberhafte, meist akut verlaufende Infektionskrankheit, die nicht nur bei Tigern, sondern auch bei anderen Tieren wie Hunden und Katzen vorkommt. Die Krankheit äußert sich in verschiedenen Formen: Die Atmungsform zeigt Symptome wie Lungenentzündungen und Bronchitis, während die Magen-/Darmform zu Erbrechen und Durchfall führen kann. Zudem gibt es die Hautform, die sich durch Rötungen und Bläschen bemerkbar macht, und die nervale Form, bei der Muskelzittern und Lähmungen auftreten können.

Die Tatsache, dass Staupe bei Tigern schwerer nachzuweisen ist als bei anderen Haustieren, erschwert die frühzeitige Diagnose und Behandlung erheblich. Der aktuelle Ausbruch erinnert an einen ähnlichen Vorfall im Oktober 2004, als im Sriracha-Tigerzoo 144 von 441 Tigern starben oder eingeschläfert werden mussten. Solche Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen private Raubtierparks stehen, und die damit verbundenen Risiken für die Tiere.

Die Situation in Chiang Mai ist ein dringlicher Appell an die Öffentlichkeit, über die Bedingungen in Tierparks nachzudenken und sich für das Wohl der Tiere einzusetzen. Der Ausbruch des Staupe-Virus und die hohe Zahl an Todesfällen sind nicht nur tragisch, sondern auch ein Weckruf, die Lebensbedingungen dieser majestätischen Tiere zu überdenken und zu verbessern. Weitere Informationen zu diesem tragischen Vorfall finden Sie in einem Artikel auf n-tv und stern.de.