Heute ist der 27.02.2026

In Thailand hat sich in den letzten Jahren einiges rund um das Thema Cannabis getan. 2022 wurde Ganja, wie Cannabis dort genannt wird, ausschließlich für medizinische Zwecke entkriminalisiert. Diese Entscheidung wurde maßgeblich von der Partei Bumjathai und ihrem Vorsitzenden Anutin Charnvirakul vorangetrieben, der das Thema bereits im Wahlkampf 2019 auf die Agenda setzte und als Gesundheitsminister die Legalisierung durchsetzte. Doch die unklaren Regulierungen führten zu einem sprunghaften Anstieg von Ganjashops und einem Anstieg des Freizeitkonsums.

Experten weisen darauf hin, dass der Freizeitkonsum von Cannabis auch als Möglichkeit zur Belebung des stagnierenden Tourismus gesehen wird. So zählte die thailändische Tourismusbehörde 2025 rund 33 Millionen touristische Einreisen, was einen Rückgang von 7% im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dieser Rückgang wird häufig mit dem Ausbleiben chinesischer Touristen aufgrund von Berichten über Entführungen in Myanmar in Verbindung gebracht.

Änderungen in der Regulierung

Im Juni 2025 kündigte die Pheu Thai Partei an, den Verkauf von Cannabis nur noch gegen ärztliches Rezept zu erlauben. Ein Ganjageschäftsmanager in Bangkok berichtete, dass sich in der Praxis wenig geändert habe, da viele Shops bereits Abkommen mit Ärzten für Rezepte hätten. Diese neuen Regelungen könnten jedoch weitreichende Auswirkungen auf den florierenden Cannabis-Tourismus haben, der seit der Legalisierung boomt und dessen Einnahmen auf etwa eine Milliarde Euro geschätzt werden. Kritiker, darunter die britische Regierung, äußern Bedenken hinsichtlich des Cannabis-Schmuggels durch Touristen und berichten von einer Zunahme psychischer Probleme und Süchte, insbesondere bei Jugendlichen.

Die Schätzungen zufolge gibt es in Thailand etwa 18.000 Cannabis-Shops. Verkäufer und Shop-Besitzer zeigen sich schockiert über die geplanten Änderungen, da viele stark in die Branche investiert haben. Mönche in Drogen-Entzugstempeln berichten von einem Anstieg der Cannabis-Sucht und Mischkonsum mit anderen Drogen. Die Kontrollen zur Einhaltung von Altersgrenzen und anderen Vorschriften sind laut Experten unzureichend.

Die Perspektive der Aktivisten

Chokwan Kitty Chopaka, eine führende Cannabisaktivistin, hat die Bürokratie und den Mangel an Kapital für kleine heimische Cannabisfarmer kritisiert. Sie plädiert für den Ausbau der Cannabisproduktion für medizinische Zwecke und die Entwicklung einer Industrie für Hanffasern. Chopaka hält die Idee, Ganja als Touristenattraktion zu nutzen, für überbewertet und fordert eine klare Regulierung des Freizeitkonsums.

Am 8. Februar gewann die Pro-Cannabis-Partei Bumjathai die vorgezogene Parlamentswahl, und die neue Regierung unter Premierminister Anutin wird Ende März ihr Amt antreten. Wahrscheinlicher Koalitionspartner ist die Pheu Thai Partei, die den Freizeitkonsum von Cannabis ablehnt, während die Position der Klatham-Partei unklar bleibt.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation um Cannabis in Thailand weiterentwickeln wird. Die aktuellen Regulierungsänderungen könnten sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf den Tourismus und die Gesellschaft haben. Die Diskussion um die Legalisierung und Regulierung von Cannabis wird weiterhin ein heißes Thema bleiben, insbesondere im Hinblick auf die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen des Konsums, wie sie in verschiedenen Berichten hervorgehoben werden (siehe auch taz.de und tagesschau.de).