In einer überraschenden Wendung der Ereignisse hat ein 57-jähriger deutscher Tourist, Tom Heine, der in der Graffiti-Szene als „Mr. Spray“ bekannt ist, in Bangkok für Aufregung gesorgt. Heine wurde festgenommen, nachdem er in einer mutmaßlichen Protestaktion gegen den Einfluss israelischer Touristen auf Koh Phangan politische Graffitis gesprüht hatte. Die Aufschrift „FREE GAZA“ fand bereits in sozialen Medien breite Aufmerksamkeit und führte dazu, dass die thailändischen Behörden aktiv wurden. Laut Thai Examiner wurde Heine in einem Hotel nahe dem Giant Swing in Bangkok gefasst.
Heines Graffiti-Aktion auf Koh Phangan, die innerhalb von nur 72 Stunden stattfand, hinterließ ihre Spuren an insgesamt 40 verschiedenen Orten. Diese umfassten nicht nur Strommasten, sondern auch Kilometersteine, Straßen, Mülltonnen und Verkehrsschilder. Damit hat der Deutsche erheblichen Sachschaden angerichtet, der nun von den Behörden dokumentiert wird, um die genaue Anzahl der betroffenen Orte zu ermitteln. Der Schaden zieht auch rechtliche Konsequenzen nach sich: Heine sieht sich nicht nur der Anklage wegen Sachbeschädigung gegenüber, sondern auch einer möglichen Deportation sowie einem lebenslangen Einreiseverbot für Thailand, wie Bangkok Post berichtet.
Politischer Protest und seine Folgen
Heine gibt zu, dass seine Taten aus Unmut über die Veränderungen auf der Insel resultieren, die er seit 2001 regelmäßig besucht. Insbesondere kritisierte er das Verhalten mancher israelischer Touristen, das ihm nicht behagt. “Ich bin unzufrieden mit dem Verhalten, das die Israelis auf der Insel zeigen,” sagte Heine während seiner Befragung.
Die Thailändischen Einwanderungsbehörden haben auf den Vorfall reagiert und Richtlinien für solche Vorkommnisse mit ausländischen Besuchern erlassen. Immigration Büros in touristischen Hotspots sollen künftig mit lokalen Behörden zusammenarbeiten, um Beschwerden über Touristen zu bearbeiten und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Machen steigende Zahlen von Vorfällen mit ausländischen Besuchern wirklich stutzig? Der Fall von Mr. Spray wird am Freitag weiter überprüft.
Graffiti-Vandalismus in Chiang Mai
Parallel zu den Ereignissen auf Koh Phangan wird auch in Chiang Mai ein separater Fall von Graffiti-Vandalismus untersucht, der mehrere historische Gebäude betrifft. Ein ausländisches Paar hat dort ebenfalls Schäden angerichtet, was die Polizei dazu veranlasst hat, die Patrouillen in der Stadt zu verstärken. Die Ermittlungen in beiden Provinzen dauern an, bisher wurden jedoch keine Festnahmen im Fall Chiang Mai gemeldet. Die Polizeidokumentation zu den Vorfällen auf Koh Phangan wird nun als Beispiel für weiteren notwendigen Schutz öffentlicher und kultureller Güter herangezogen, während die Behörden die Reinigung der beschädigten Orte bereits in die Wege geleitet haben.
Die nächsten Tage werden zeigen, welche Konsequenzen der Fall Heine für ihn persönlich und für das touristische Klima in Thailand haben wird. Eines ist aber sicher: Der Protest, der sich in Sprayfarbe äußert, ist für viele mehr als nur eine oberflächliche Botschaft.