In Chiang Mai, Thailand, kreuzten sich die Wege von Florian Kürzl und Sirisuda, auch bekannt als Siri. Nur drei Straßen trennten ihre Wohnorte, und es dauerte nicht lange, bis sie sich nach ihrem ersten Date zum Essen trafen. Ihre Verbindung mündete schließlich in eine wunderschöne Hochzeit am 24. März 2024 in einem traditionellen thaitempelartigen Gebäude, bei einer Hitze von 45 Grad Celsius. Florians Familie reiste extra aus Österreich an, um diesen besonderen Tag zu feiern. Gemeinsam mit ihrer Tochter Christina, die dreisprachig (Englisch, Deutsch, Thai) aufwächst und auch etwas Spanisch lernt, ist die Familie mittlerweile auf Weltreise.

Aktuell leben sie in Cuenca, Ecuador, um Freunde zu besuchen und ihre Erlebnisse im Videoblog „Beyond Horizons“ auf YouTube zu teilen. Diese Plattform dient nicht nur der Dokumentation ihrer Reise, sondern auch als Verbindung zu Florians Familie in Österreich. Florian, der im Bereich „Digital Services“ für zwei Unternehmen in Europa arbeitet, kann von überall mit Internet arbeiten, was die Reiseplanung erheblich erleichtert. Dennoch erfordert das Reisen als Familie mehr Organisation, besonders bei der Unterkunft.

Eine bereichernde Reiseerfahrung

Florian hat 2021 den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela und weiter nach Fatima zu Fuß zurückgelegt, was eine Strecke von 3.802 Kilometern mit 20 kg Gepäck bedeutete. Seine Reiseerfahrungen in Südamerika beschreibt er als durchweg positiv, geprägt von herzlichen Menschen und beeindruckender Natur. Diese Erlebnisse verdeutlichen, wie wichtig kulturelle Interaktionen für die persönliche Entwicklung sind. In einer globalisierten Welt, in der Kulturen nicht klar voneinander abgrenzbar sind, ist der Austausch mit Menschen aus verschiedenen Hintergründen von zentraler Bedeutung.

Die Idee der „Transkulturalität“ besagt, dass Kulturen Mischformen sind, die durch dynamische Beziehungen und Interaktionen zwischen Personen definiert werden. Dieses Konzept steht im Gegensatz zu herkömmlichen interkulturellen Verständnissen, die oft Abgrenzungen und Stereotypen erzeugen. Der Austausch zwischen Florian und Siri ist ein Beispiel dafür, wie interkulturelles Lernen und Handeln nicht nur bereichernd, sondern auch notwendig sind, um die Komplexität der heutigen Welt zu begreifen. Auch in der Wissenschaft wird zunehmend gefordert, interkulturelle Konzepte neu zu denken, um den dynamischen und hybriden Charakter von Kulturen gerecht zu werden.

Herausforderungen und Chancen in der interkulturellen Kommunikation

Die Interkulturalitätsforschung hat sich seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts stark weiterentwickelt und neue Ideen hervorgebracht, die nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der Praxis diskutiert werden. Globalisierung, Migration und digitale Vernetzung sind die Hauptfaktoren, die diese Entwicklung vorantreiben. In Deutschland gibt es mittlerweile 21,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, was die Notwendigkeit für ein besseres Verständnis interkultureller Kommunikation unterstreicht.

Die digitale Vernetzung bietet neue Möglichkeiten für interkulturelles Lernen, beispielsweise durch virtuelle Klassenräume und kollaborative Projekte. Diese neuen Ansätze sind jedoch noch nicht weit verbreitet. Der konstruktive Umgang mit Unsicherheiten und das Bewusstsein für Machtasymmetrien sind wesentliche Lernziele, die es zu erreichen gilt. Daher wird der interkulturelle Austausch als Chance für Vernetzung und Zusammenarbeit angesehen, die nicht nur in der Theorie, sondern auch in der praktischen Umsetzung von Bildungsprogrammen berücksichtigt werden sollte.

In diesem Sinne kann man sagen, dass Florians und Siris Reise nicht nur eine persönliche, sondern auch eine kulturelle Entdeckungsreise ist. Es ist eine Gelegenheit, die Welt durch die Augen des anderen zu sehen und die Vielfalt der Kulturen zu erleben. Für weitere Informationen zu diesem spannenden Thema können Sie die vollständigen Artikel zu den Aspekten der Globalisierung und interkulturellen Kommunikation unter Kleine Zeitung, Goethe Institut und De Gruyter Brill nachlesen.