In der letzten Zeit sorgte eine Touristenattraktion im Luquan-Distrikt von Shijiazhuang, Provinz Hebei, für Aufregung, als sie eine Live-Performance einstellte, die Makaken zwang, eine Hinrichtungsszene nachzuahmen. Online verbreitetes Filmmaterial zeigte die Tiere gefesselt, mit Kapuzen versehen und deutlich gestresst. In dieser inszenierten Aufführung waren die Affen in Kostüme gekleidet, trugen Metallmaulschienen und waren mit Seilen gefesselt, während ein Darsteller mit einer Requisitenwaffe so tat, als würde er sie erschießen. Zuschauer, darunter auch Kinder, konnten beobachten, wie die Tiere im Rahmen dieser Routine zu Boden fielen. Der Veranstaltungsort gab an, dass die Aufführung von einem externen Unterhaltungsteam betrieben wurde und nicht direkt vom Touristenstandort verwaltet wurde. Doch die Welle öffentlicher Beschwerden und die weit verbreitete Kritik in sozialen Medien führten dazu, dass der Vertrag mit der Performance-Truppe gekündigt und die Aufführung vollständig abgesagt wurde.
Diese Vorfälle haben weltweit Besorgnis über die Ausbeutung von Makaken in Live-Shows und Touristenattraktionen ausgelöst. Langschwanzmakaken sind hochintelligente, soziale Tiere, die erheblich leiden, wenn sie eingesperrt, isoliert oder zu unnatürlichem Verhalten gezwungen werden. Die Performance hat einen Aufruf zur Beendigung aller Wildtieraufführungen ausgelöst, die auf körperlicher Bestrafung, Zwang und Entbehrung basieren. Die Methoden zur Ausbildung und Handhabung von Makaken sind oft grausam und umfassen körperliche Bestrafung sowie Nahrungsentzug. Wenn sie nicht auftreten, werden sie häufig in kleinen Käfigen gehalten, was zu schweren Gesundheitsproblemen und emotionalem Trauma führen kann. Es gibt einen klaren Aufruf zu stärkeren Tierschutzgesetzen und zur Aufklärung von Touristen über die Schäden, die durch die Unterstützung von Wildtieraufführungen verursacht werden, und Touristen werden ermutigt, Einrichtungen zu unterstützen, die das Wohl der Tiere priorisieren und angemessene Pflege bieten.
Die Schattenseiten der Makaken-Exploitation
Der Missbrauch von Makaken beschränkt sich jedoch nicht nur auf Live-Performances. Baby-Makaken werden oft für Social-Media-Inhalte ausgebeutet und in menschlichen Szenarien dargestellt, beispielsweise in Babykleidung oder beim Fläschchenfüttern. Dies gefährdet ihr Wohlergehen, da sie häufig von ihren Familiengruppen isoliert werden, was zu ernsthaften Schäden für ihre mentale und physische Gesundheit führen kann. Videos zeigen häufig, wie Makaken unnatürliche Verhaltensweisen für Unterhaltung ausführen, oft unter Anwendung negativer Verstärkungsmethoden trainiert. Misshandelte Makaken können unter schwerwiegenden Gesundheitsproblemen wie Diabetes und emotionalem Trauma leiden und werden oft in schlechten Bedingungen gehalten.
Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass viele Makaken-Arten, darunter die Nördlichen Schweinsaffen und Stumpfschwanzmakaken, von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „gefährdet“ bis „stark gefährdet“ eingestuft werden. Die Beliebtheit von vermenschlichten Makaken in sozialen Netzwerken trägt zur illegalen Tierhaltung bei, da viele dieser Tiere bereits im Alter von wenigen Tagen von ihren Müttern getrennt und als Haustiere verkauft werden. Tierschützer haben dokumentiert, dass in Dutzenden Fällen Baby-Makaken unter Drogeneinfluss standen, sexuell missbraucht wurden oder getötet wurden. Solche Praktiken verdeutlichen die Grausamkeit, die mit der Haltung von Primaten als Haustiere verbunden ist.
Aufklärung und Prävention
Ein Bericht der Social Media Animal Cruelty Coalition (SMACC), der aus 20 Tierschutzorganisationen besteht, hat zwischen September 2021 und März 2023 rund 1250 Fotos und Videos auf Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok und YouTube untersucht. Über 2800 Fälle von offensichtlichem Missbrauch wurden dokumentiert, wobei psychischer und körperlicher Missbrauch sowie Folter die häufigsten Missbrauchsformen darstellen. Viele Zuschauer missinterpretieren die Verhaltensweisen der Makaken; ein breites „Grinsen“ wird oft fälschlicherweise als Ausdruck von Freude gedeutet, obwohl es tatsächlich Angst oder Unterwerfung anzeigt.
Letztlich sollte jeder, der Inhalte mit Wildtieren in sozialen Medien sieht, vorsichtig sein und Missbrauch melden. Empfehlungen zur Bekämpfung von Affenmissbrauch umfassen das Vermeiden von Inhalten mit Wildtieren, das Erstellen von Aufklärungsposts ohne die Förderung von missbräuchlichen Inhaltserstellern und das Melden von missbräuchlichen Videos an soziale Medienplattformen und Organisationen wie SMACC. Der Schutz dieser hochintelligenten Tiere erfordert kollektive Anstrengungen und ein Bewusstsein für die grausamen Bedingungen, unter denen sie oft leben müssen.
Für weitere Informationen über die Misshandlungen von Makaken und deren Auswirkungen auf die Tiere selbst, besuchen Sie bitte die World Animal Protection. Die Notwendigkeit für stärkere Tierschutzgesetze und ein verantwortungsbewusstes Verhalten von Touristen ist dringender denn je.