Am 8. Februar 2026 war es soweit: Die Wähler in Thailand waren an die Urnen gerufen, um über die künftige politische Landschaft des Landes zu entscheiden. Nach Jahren voller politischer Turbulenzen und wechselnder Koalitionen war die Stimmung an den Wahlurnen angespannt. Das Land sah sich einer aufregenden Wahl gegenüber, bei der es nicht nur darum ging, das Schicksal der amtierenden Regierung zu bestimmen, sondern auch um die Rückkehr einer einmal dominanten politischen Familie oder die Chance für reformorientierte Kräfte.

Unter den Parteien, die um die Stimmen der Wähler buhlen, waren die Bhumjaithai-Partei unter Premierminister Anutin Charnvirakul, die populistische Pheu Thai, gegründet von Ex-Premier Thaksin Shinawatra, sowie die progressive People’s Party, die aus der zuvor aufgelösten Move Forward Party hervorgegangen ist. Wie Channel News Asia berichtet, war die politische Bühne der letzten Jahre geprägt von instabilen Regierungen und Anfechtungen der bestehenden Machtverhältnisse.

Pheu Thai auf der Suche nach neuer Popularität

Die Pheu Thai-Partei, die bei den letzten Wahlen 2023 auf den zweiten Platz landete und 141 Sitze errang, hatte mit der Herausforderung zu kämpfen, ihr früheres Ansehen zurückzugewinnen. Die Partei setzte auf „Dr. Shane“ Yodchanan Wongsawat als ihren Spitzenkandidaten und wollte mit dem Slogan „Overhaul Thailand — Pheu Thai kann es schaffen“ neue Wähler ansprechen. Dies schien besonders wichtig, nachdem sie bei der Wahl 2026 in Chiang Mai, ihrer traditionellen Hochburg, kein einziges Mandat gewinnen konnte.

Wie Nation Thailand berichtet, waren die Ergebnisse ernüchternd: Die Pheu Thai beendete die Wahl auf dem dritten Platz, hinter der People’s Party und Bhumjaithai. In Chiang Mai, wo die Parteibasis stark war, wurde diese Niederlage besonders schmerzhaft wahrgenommen. Der Wählerzuspruch fiel hier auf 70,46%, doch der Einfluss der People’s Party, die sechs Wahlkreise gewann, war überwältigend.

Bhumjaithai – der Aufstieg des Underdogs?

Die Bhumjaithai-Partei erlebte indes einen bemerkenswerten Aufstieg. Anutin Charnvirakul, der erst im September 2025 zum Premierminister ernannt wurde, führte die Partei in die Wahlen, nachdem das Parlament kurz nach dessen Amtsantritt aufgelöst wurde. Dies geschah nach der Absetzung von Paetongtarn Shinawatra, der letzten Amtsinhaberin, die vor einem Jahr ebenfalls ihrer Position beraubt wurde. Die rasche Bildung einer Minderheitsregierung durch Bhumjaithai nach ihrer Rückkehr in die politische Arena zeigt strategisches Geschick, so Wikipedia.

Die zwischenzeitlichen politischen Manöver und die proaktive Öffentlichkeitsarbeit Anutins haben der Partei Auftrieb gegeben. Als eine Partei mit Wurzeln in der nordöstlichen Provinz Buriram ist Bhumjaithai zu einem relevanten nationalen Akteur avanciert, der sich aus der ehemaligen Alliierten-Stellung mit Thaksin Shinawatra emanzipierte.

Insgesamt stellt die Wahl am 8. Februar einen Wendepunkt dar: Pheu Thai, einst unangefochtene politische Kraft in Thailand, hat an Einfluss verloren, während die Bhumjaithai-Partei und die People’s Party neue Wege im politischen Spiel suchen. Der Ausgang der Wahl wird die Richtung Thailands in den kommenden Jahren prägen und die Karten im politischen Spiel neu mischen.