In Rangsit, Pathum Thani, haben die Behörden kürzlich eine koordinierte Umsiedlungsaktion für Obdachlose gestartet. Diese Initiative, die am 6. Februar 2023 ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, den betroffenen Personen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch medizinische Unterstützung und Hilfe bei der Arbeitssuche zu bieten. Dr. Thanakrit Jittareerattana, Sekretär des Ministers für soziale Entwicklung und menschliche Sicherheit, führte die Inspektionen in den besonders belasteten Gebieten durch, während Bürgermeister Dr. Treelup Toopgrajank an ihrer Seite stand. Die Maßnahme reagiert auf die immer lauter werdenden Beschwerden über die wachsende Zahl von Obdachlosen in den wirtschaftlichen Zonen der Stadt, wie The Thaiger berichtet.
Die Beamten begannen ihre Erkundungen an der Soi Rangsit-Pathum Thani 16, wo persönliche Gegenstände und Kleidung unter einer Brücke entdeckt wurden. Hier trafen sie auf den 45-jährigen Saman, der um Hilfe bat, um zu seiner Familie zu gelangen. Bedauerlicherweise lehnte diese ab, was zu seiner Aufnahme in ein Unterstützungsprogramm führte. Ein weiteres Team fand in der Nähe des Busbahnhofs vor dem Future Park Rangsit mehrere Obdachlose, die sich in versteckten Ecken Schutz suchten. Fünf von ihnen stimmten zu, Hilfe anzunehmen und wurden in einer vorübergehenden Einrichtung untergebracht.
Die Herausforderungen der Obdachlosigkeit
Das Problem der Obdachlosigkeit hat sich in der Region seit 2019 verschärft, teils durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die viele soziale Ungleichheiten verstärkt und die Unterstützungsangebote unter Druck gesetzt hat. Dr. Kedkun Srakawee von der Puey Ungphakorn School of Development Studies der Thammasat Universität hebt hervor, dass besonders vulnerable Gruppen wie Tagelöhner, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen beeinträchtigt sind. Das Ziel ihrer Studiengänge, wie etwa „Psychologie für soziale Entwicklung“, ist es, Studierende im Umgang mit Obdachlosigkeit auszubilden und kreative Lösungen zu fördern. In Zusammenarbeit mit lokalen Non-Profit-Organisationen und Behörden entwickelten die Studierenden datenbasierte Ansätze zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit, wie EPIC-N beschreibt.
Diese Initiativen umfassen nicht nur Hilfsprojekte, sondern auch Workshops zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls und Programme zur Unterstützung der psychischen Gesundheit unter den Obdachlosen. Ein Beispiel ist das „Volunteer Friendship Project“, das darauf abzielt, Einsamkeit und psychische Belastungen zu adressieren. Hier sind auch kreative Unternehmungen wie die Produktion von Kräuteraplikatoren zur Vermarktung durch die Obdachlosen entstanden, was sowohl Selbstwertgefühl als auch Potenzial zur Selbstversorgung fördert.
Psychische Gesundheit im Fokus
Ein zentraler Aspekt in der Diskussion um Obdachlosigkeit ist die psychische Gesundheit der betroffenen Personen. Eine Studie der AG Rechtspsychologie an einer medizinischen Fakultät in Berlin zeigt, dass bis zu 77,4 % der obdachlosen Menschen an psychischen Störungen leiden. Hohe Raten von Hoffnungslosigkeit und Suchterkrankungen sind häufig, oft tritt die psychische Erkrankung bereits vor der Wohnungslosigkeit auf. Die Komplexität der Zusammenhänge erfordert umfassende psychosoziale Maßnahmen, um die Betroffenen zu unterstützen. Erkenntnisse dieser Art unterstreichen das Bedürfnis nach zugänglicher psychologischer Hilfe, wie uni-heute berichtet.
Die Rangsiter Initiative und ihre Kooperationen sind ein Schritt in die richtige Richtung, um das Bewusstsein für die Herausforderungen der Obdachlosigkeit zu schärfen. Mit einem Fokus auf ganzheitliche Ansätze zur Unterstützung von Individuen und Kommunen könnte künftig eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der Obdachlosen in der Region erreicht werden.