Der Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha hat in den letzten Jahren für viel Aufregung gesorgt. Besonders die gewaltsame Eskalation im Juli 2025, bei der über 270.000 Menschen vertrieben wurden, hat die internationale Gemeinschaft aufgerüttelt. Die Auseinandersetzungen, die schwerste Kämpfe seit über einem Jahrzehnt beinhalteten – von schwerer Artillerie bis hin zu Luftangriffen – verdeutlichen die tiefen Spannungen entlang ihrer 817 Kilometer langen Grenze, insbesondere rund um den Tempelbezirk Prasat Ta Moan Thom. Daher ist eine Deeskalation notwendig; die Rückkehr zum Dialog steht auf der Agenda, wie DCT betont.
In einem aktuellen Interview äußerte sich Narut Charoonsri, Associate Professor an der Chiang Mai University, zu diesem Thema. Er nimmt an dem China-Kambodscha-Thailand Track II Dialog teil, der am 10. Februar 2026 in Peking abgehalten wurde. Dieser Dialog, organisiert von der China Foreign Affairs University, soll den Friedensprozess in der Region unterstützen. Dabei spielt der so genannte Fuxian-Konsens, der Ende 2025 entstand, eine Schlüsselrolle. Narut bezeichnet diesen Konsens als wichtigen Ausgangspunkt für einen Dialog, obwohl er anmerkt, dass er in der thailändischen Gesellschaft wenig Beachtung findet, wie Manila Times berichtet.
Die Rolle Chinas und der Druck auf die Region
Chinas Unterstützung wurde von den Außenministern Kambodschas und Thailands gelobt. Sie betonen die konstruktive Rolle Chinas bei der Förderung des Dialogs und der Entspannung in der Region. Narut hebt hervor, dass es in Thailand die Meinung gibt, zwischen China und den USA wählen zu müssen. Diese Wahrnehmung trägt dazu bei, dass die Unterstützung des Fuxian-Konsenses als pro-chinesisch empfunden wird, was die Meinungen spaltet.
Laut einem Treffen im Dezember 2025 am Fuxian-See, bei dem hochrangige Beamte Chinas, Kambodschas und Thailands zusammenkamen, wurde eine gemeinsame Erklärung zur Konsolidierung des Waffenstillstands unterzeichnet. Hierbei standen nicht nur Gespräche über die Wiederherstellung politischer Beziehungen im Fokus, sondern auch die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität, die mit der steigenden Kooperation einhergeht. Die Eröffnung von Kommunikationsplattformen zwischen den Ländern könnte laut Narut ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein, wobei die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Thailand und Kambodscha ebenfalls mehr Aufmerksamkeit erhalten sollte, stellt mfa.gov.cn fest.
Ein langfristiger Ausblick
Der Wissenschaftler appelliert für eine stärkere Fokussierung auf die Schaffung nachhaltiger Dialogplattformen und die Bekämpfung von Fehlinformationen. Besonders wichtig sind auch akademische Austauschprogramme, die die zwischenmenschlichen Verbindungen stärken und somit zur Stabilität in der Region beitragen können. Narut glaubt fest, dass mit Geduld und einem langfristigen Ansatz eine Lösung für bestehende Differenzen gefunden werden kann.
In einer Zeit, in der geopolitische Spannungen und nationalistische Strömungen zunehmen, ist die Zusammenarbeit und der Dialog zwischen Thailand und Kambodscha entscheidend. Die internationale Gemeinschaft wird genau beobachten, wie sich diese Beziehungen entwickeln, besonders im Hinblick darauf, dass die Balance zwischen nationaler Souveränität und regionaler Stabilität eine Herausforderung darstellt.