In einem besorgniserregenden Vorfall sind in den letzten Wochen mindestens 72 Tiger in einem privaten Tierpark in Nordthailand gestorben. Der betroffene Park, bekannt als Tiger Kingdom, hat Standorte in Chiang Mai, insbesondere in Mae Rim und Mae Taeng. Die Provinzbehörde für Viehzucht in Chiang Mai hat am 20. Februar 2026 bestätigt, dass der hochinfektiöse Canine Distemper Virus (CDV) sowie bakterielle Infektionen des Atmungssystems bei den Tieren nachgewiesen wurden. Dies ist ein klarer Hinweis auf die ernsthaften gesundheitlichen Herausforderungen, mit denen Tiger in Gefangenschaft konfrontiert sind.
Die Symptome der Krankheit wurden erst spät erkannt, als die Tiere bereits schwer erkrankt waren. Somchuan Ratanamungklanon, der Direktor der nationalen Viehzuchtbehörde, erklärte, dass die Erkrankungen bei Tigern schwerer zu erkennen seien als bei üblichen Haustieren wie Katzen oder Hunden. Zwischen dem 8. und 19. Februar starben 21 Tiger im Mae Rim Standort und 51 im Mae Taeng Standort. Aufgrund dieser alarmierenden Situation wurde der Mae Rim Standort für 14 Tage vorübergehend geschlossen.
Die Rolle von Tierparks und Tierschutz
Die Tierschutzorganisation PETA Asia hat sich kritisch über die Lebensbedingungen der Tiger in Gefangenschaft geäußert und betont, dass diese Tiere in Elend, Gefangenschaft und Angst leben. Auf der Website des Tiger Kingdoms wird die Möglichkeit beworben, die großen Katzen zu berühren und Fotos mit ihnen zu machen, was die Frage aufwirft, wie viel Wertschätzung und Respekt für das Tierwohl in solchen Einrichtungen tatsächlich vorhanden ist.
Um die Situation der verbleibenden Tiger zu verbessern, wurden veterinärmedizinische Untersuchungsteams entsandt, die Proben von toten Tigern und Futter zur Analyse an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Chiang Mai Universität sammelten. Die verbleibenden lebenden Tiger wurden in ein Pflegezentrum im Mae Taeng Bezirk gebracht, wo sie unter Quarantäne und Pflege stehen. Strenge Maßnahmen zur Krankheitskontrolle, einschließlich Reinigung und Desinfektion der Tiergehege sowie Isolation kranker Tiere, wurden angeordnet. Es ist wichtig zu beachten, dass CDV keine zoonotische Krankheit ist, was bedeutet, dass keine Gefahr der Übertragung auf Menschen besteht.
Herausforderungen in der Wildtierhaltung
Die Vorfälle im Tiger Kingdom werfen ein Licht auf die Herausforderungen, mit denen Tierparks und Zoos in der modernen Wildtierhaltung konfrontiert sind. Laut der DGUV Regel 114-612 „Branche Wildtierhaltung“ ist es entscheidend, die Gefährdungen bei der Haltung von Wildtieren zu verstehen. Zoos und Tierparks tragen zur Erhaltung der Artenvielfalt und zur Sensibilisierung der Menschen gegenüber der Natur bei, stehen jedoch oft vor ökonomischen Einschränkungen, die eine angemessene Tierpräsentation und die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Tiere erschweren.
Die Öffentlichkeit wird aufgefordert, ungewöhnliche Tierkrankheiten oder -sterbefälle sofort den lokalen Viehzuchtbehörden zu melden. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere in Gefangenschaft zu gewährleisten und die Herausforderungen, die mit der Wildtierhaltung einhergehen, besser zu bewältigen.