In der nordthailändischen Provinz Chiang Mai ist es zu einem bedauerlichen Vorfall gekommen: In zwei privat betriebenen Tierparks sind mindestens 72 Tiger an einem Virusausbruch gestorben. Die Todesfälle wurden zwischen dem 9. und 18. Februar 2026 gemeldet, und die Behörden haben umgehend eine Untersuchung eingeleitet. Die betroffenen Einrichtungen, Tiger Kingdom Mae Taeng und Tiger Kingdom Mae Rim, beherbergen zusammen mehr als 240 Tiger, von denen 51 in Mae Taeng und 21 in Mae Rim verstarben. Die Kadaver der verstorbenen Tiere wurden zur Vermeidung des illegalen Wildtierhandels beerdigt, wobei eine Einäscherung aufgrund begrenzter Einrichtungen ausgeschlossen wurde. Die Beerdigungsorte sind mit Identifikationsnummern markiert, und es wurden keine Häute oder Zähne entfernt.
Die Mitarbeiter der Parks befinden sich zur Sicherheit für 21 Tage unter Beobachtung, jedoch zeigen die ersten Tests, dass sich keine Tierärzte oder Parkmitarbeiter mit dem Virus infiziert haben. Der Park wurde für zwei Wochen geschlossen, um Desinfektions- und Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. Vorläufige Tests haben das Vorhandensein des Canine Distemper Virus (CDV) identifiziert, das Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem betrifft. Die Ursache des Ausbruchs bleibt unklar, während frühe Spekulationen mögliche Infektionen durch feline Parvoviren oder kontaminiertes rohes Hühnerfleisch in Betracht ziehen.
Die Rolle der Behörden und Veterinärmedizin
Das Department of Livestock Development hat die Obduktionen beschleunigt und ein veterinärmedizinisches Untersuchungsteam des Chiang Mai Provincial Livestock Office hat die Mae Rim Tiger Kingdom inspiziert. Proben von Tigerkadavern und Futter wurden entnommen und zur detaillierten Analyse an die Fakultät für Veterinärmedizin der Chiang Mai Universität geschickt. Die Labortests haben bestätigt, dass kein genetisches Material des Influenza-A-Virus nachgewiesen wurde. Jedoch ergaben die Proben positive Ergebnisse für das Canine Distemper Virus und Mycoplasma spp., Bakterien, die mit Atemwegserkrankungen in Verbindung stehen. Es wird vermutet, dass eine Co-Infektion zu schwerer Pneumonie und Komplikationen geführt hat, was die hohe Anzahl der Todesfälle erklären könnte.
Behörden betonen, dass das Canine Distemper Virus keine zoonotische Krankheit ist, sodass keine Gefahr einer Übertragung auf Menschen besteht. Dennoch bleibt die Untersuchung des Ausbruchs im Gange. Professor Yong Poovorawan erwähnte einen ähnlichen Vorfall im Jahr 2004, bei dem etwa 70 Tiger in einem Zoo in Chon Buri starben, nachdem sie während eines Vogelgrippeausbruchs mit Hühnerkadavern gefüttert wurden. Inzucht unter gefangenen Tigern könnte die Immunsysteme geschwächt haben, wodurch die Anfälligkeit für Infektionen erhöht wurde.
Tierschutz im Tourismussektor
Dieser Vorfall wirft auch ein Licht auf die Bedingungen in Tiger-Tourismus-Einrichtungen. Tierschutzorganisationen kritisieren die enge Interaktion zwischen Wildtieren und Touristen, da diese Stress und Krankheitsanfälligkeit erhöhen könnte. Laut Stiftung Wirtschaftsethik sind Tiere im Tourismussektor durch die Erschließung von Destinationen gefährdet. Der Landnutzungswandel kann zur Verlust der natürlichen Lebensgrundlage von Tieren führen, was ernsthafte Verletzungen und Leiden zur Folge hat.
In den Heimatländern der Reisenden hat der Tierschutz im Tourismus ein hohes Ansehen. Vorfälle wie der Tod der Tigern erregen in den Heimatländern großes Aufsehen, während sie in den Destinationen oft weitestgehend unaufgeregt thematisiert werden. Die aktuelle Situation in Chiang Mai könnte somit auch als Anstoß zur Diskussion über die ethischen Aspekte des Tier-Tourismus dienen und den notwendigen Druck auf die Betreiber solcher Einrichtungen erhöhen, bessere Bedingungen für die Tiere zu schaffen.