In den letzten Wochen kam es in Thailand zu einem tragischen Vorfall, der die Welt der Wildtierhaltung aufrüttelt. Vom 8. bis 19. Februar 2026 starben in den Tiger Kingdoms von Mae Taeng und Mae Rim insgesamt 72 Tiger. Diese alarmierende Zahl wurde durch eine Co-Infektion des Canine Distemper Virus (CDV) und Mycoplasma spp. verursacht, welche in den engen, gefangenen Umgebungen der Einrichtungen rasch um sich griffen. Eine Untersuchung des Department of Livestock Development stellte fest, dass kein genetisches Material des Influenza-A-Virus nachgewiesen wurde, jedoch bestätigten Labortests die Präsenz des CDV und der Mycoplasma-Bakterien, die mit Atemwegserkrankungen in Verbindung stehen.
Die beiden Tiger Kingdoms wurden umgehend zur Desinfektion geschlossen. Während in Mae Taeng 51 Tiger starben, waren es in Mae Rim 21. Die überlebenden Tiger wurden in ein Quarantänezentrums umgesiedelt, wo sie versorgt werden. Die Behörden haben Maßnahmen zur Krankheitskontrolle und Immunisierung skizziert, um einen weiteren Ausbruch zu verhindern. Dr. Jan Schmidt-Burback, Direktor für Wildtierforschung, äußerte sich besorgt über die schlechten Haltungsbedingungen, die zu einem geschwächten Immunsystem der Tiere führen und somit ideale Voraussetzungen für Krankheitserreger schaffen.
Die Risiken der Gefangenschaft
Die Situation wirft ein grelles Licht auf die Gefangenschaft von Wildtieren in touristischen Einrichtungen. Die hohe Dichte der Tiger, verbunden mit einem Mangel an präventiven Maßnahmen, hat zu einem massiven Ausbruch von Krankheiten geführt. Die Behörden unterstreichen, dass die Tigerhaltung in diesen Einrichtungen nicht nur für die Tiere selbst, sondern auch für den Artenschutz kontraproduktiv ist. Der Tiger Kingdom wird als eine Quelle von Leid für die Tiere beschrieben und steht im Widerspruch zu den Zielen des Schutzes wilder Tiger.
Zusätzlich wurde die Notwendigkeit betont, die Tierschutzstandards und Biosecurity-Maßnahmen in solchen Einrichtungen zu überprüfen. Es ist ein Aufruf nötig, um die Ausbeutung wilder Tiere für touristische Zwecke zu beenden und stattdessen die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu respektieren und zu beobachten. Diese Haltung wird nicht nur den Tieren gerecht, sondern fördert auch ein nachhaltigeres Tourismusmodell.
Globale Herausforderungen im Wildtierschutz
Der Vorfall in Thailand ist nur ein kleiner Teil eines größeren Problems. In den letzten Jahrzehnten hat der Klimawandel, gepaart mit einer wachsenden Bevölkerung, die Lebensräume von Wildtieren stark eingeschränkt. Abholzungen, insbesondere für Palmölplantagen, haben zu einem dramatischen Verlust an Biodiversität geführt. Die Zunahme an Konflikten zwischen Mensch und Tier zeigt sich besonders in ländlichen Gebieten, wo die Nachfrage nach Wildtieren und deren Produkten stetig wächst.
Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, den Schutz von Wildtieren zu gewährleisten. Abkommen wie CITES regulieren den Handel mit bedrohten Arten, doch die Umsetzung und Einhaltung nationaler Vorschriften ist oft unzureichend. Daher ist ein dringender Handlungsbedarf erforderlich, um den Schutz für Wildtiere auf nationaler und internationaler Ebene zu verbessern. Die Erfahrungen in Thailand machen deutlich, dass der Schutz von Wildtieren nicht nur eine Frage des Tierschutzes, sondern auch des Erhalts unserer Ökosysteme ist.
Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Wildtierschutz können Sie die Berichte auf World Animal Protection und Nation Thailand nachlesen. Auch die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes sind auf tierimrecht.org zu finden.