In Chiang Mai, einer der beliebtesten Touristenstädte Thailands, sind in letzter Zeit zwei Vorfälle von Vandalismus und Diebstahl an die Öffentlichkeit gelangt, die die Aufmerksamkeit der lokalen Behörden und Medien auf sich ziehen. Am 11. Februar meldete ein Pub-Besitzer den Diebstahl einer goldenen Löwenstatue, der durch CCTV-Aufnahmen dokumentiert wurde. In einem weiteren Vorfall wurden zwei Australier festgenommen, die beim Sprayen eines buddhistischen Tempels gefilmt wurden.
Die CCTV-Aufnahmen aus dem Pub zeigen einen ausländischen Mann in einem weißen T-Shirt, der zunächst mit einer Slingtasche zum Tisch mit der Statue geht. Er wartet kurz und scheint bereit zu sein, die Statue zu stehlen, handelt jedoch zunächst nicht. Nach einem kurzen Austausch mit einer Begleiterin, die an einem nahegelegenen Tisch sitzt, greift er schließlich nach der Statue. Diese passt jedoch nicht in seine Tasche, also legt er sie zurück und nimmt einen Blumenstrauß mit. Nach weiteren Interaktionen mit der Frau legt er ein Taschentuch über die Statue, steckt sie in seine Tasche und verlässt die Bar. Der Diebstahl wurde erst am folgenden Abend bemerkt, als die Aufnahmen überprüft wurden. Der Pub-Besitzer erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei in Mueang Chiang Mai. In einem separaten Vorfall wurde CCTV-Material eines Mannes gesichtet, der eine silberne Spendenbox in einem Tempel stahl, wobei er zuvor eine Wai-Geste als Zeichen des Respekts ausführte, bevor er mit einem Motorrad flüchtete. Die gestohlene Box hatte einen Wert von fast 50.000 Baht. Diese Vorfälle werfen Fragen zu den Verhaltensweisen von Touristen auf und zur Wahrnehmung von kulturellen Werten in Thailand. [Quelle]
Vandalismus am Tempel
Ebenfalls in Chiang Mai wurden am 30. Januar zwei Australier beim Sprayen der Außenwand des 400 Jahre alten Wat Dok Euang gefilmt. Das Paar, Joshua (32) und Gabrielle (27), kehrte nach dem Vorfall in ein Hotel zurück, bevor sie in den Pai-Distrikt reisten. Der Abt des Tempels, Phra Kru Palad Preeda Jaiboon, erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei. Die Ermittlungen führten zu ihrer Festnahme, als die Polizei von der Rückkehr der beiden nach Chiang Mai erfuhr. Das Duo gestand, die Wand besprüht zu haben, und muss nun mit Geldstrafen nach dem Public Cleanliness Act rechnen. Der Tempel hatte bereits erhebliche Summen für das Überstreichen der Wand ausgegeben, da immer wieder neue Graffiti auftraten. [Quelle]
Tourismus im Wandel
Diese Vorfälle sind besonders bemerkenswert im Kontext des aktuellen Rückgangs des internationalen Tourismus in Thailand. Das Land, das einst als das führende Ziel für Massentourismus in Südostasien galt, sieht sich einem Rückgang der Besucherzahlen gegenüber, insbesondere aus China. Die thailändische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 35,5 Millionen Besucher:innen anzuziehen, liegt jedoch derzeit rund drei Prozent hinter dem Vorjahr. Gründe für den Rückgang sind wirtschaftliche Unsicherheiten in China sowie Vorfälle, die das Sicherheitsgefühl der Touristen beeinträchtigen könnten. Während die europäische Klientel durch das Ausbleiben großer Touristenzahlen eine gewisse Ruhe erfährt, leidet die lokale Wirtschaft unter weniger lebhaften Märkten und geschlossenen Restaurants. Um dem entgegenzuwirken, setzt die Regierung auf „Qualität statt Quantität“ und versucht, wohlhabendere Urlauber:innen aus Europa, Nordamerika und dem Nahen Osten anzuziehen. [Quelle]