In Chiang Mai, wo die Natur in ihrer vollen Pracht erstrahlt, hat die Waldbrandlage derzeit eine gewisse Stabilität. Der Direktor des Protected Area Regional Office 16, Kritsayam Kongsatri, berichtet, dass die Waldgebiete noch ausreichend Feuchtigkeit aufweisen. Dies hat dazu beigetragen, die Situation unter Kontrolle zu halten. Allerdings breiten sich in den letzten ein bis zwei Wochen Brände im südlichen Teil von Chiang Mai aus, die aus den angrenzenden Provinzen Tak und Lamphun nach Norden ziehen. Besonders besorgniserregend ist die Lage im Doi Tao Distrikt und in Teilen des Ob Luang Nationalparks. Hier ist die Gefahr eines unkontrollierten Feuers am höchsten.
Kritsayam Kongsatri erklärt weiter, dass die trockenen Bedingungen zur Ansammlung von Blättern auf dem Waldboden geführt haben. Diese Ansammlungen erhöhen die Brennstofflast in den laubabwerfenden Dipterocarp- und Mischwäldern. Um die Gefahr eines Waldbrandes zu mindern, haben die Behörden die Überwachung an den Waldzugängen verstärkt und Waldschließungen angekündigt. Ziel ist es, Personen, die Waldprodukte sammeln, zur Registrierung zu drängen. Die Patrouillenpläne wurden angepasst, um sich auf die hochriskanten und wiederholt betroffenen Brandgebiete zu konzentrieren. Die Beamten appellieren an die Öffentlichkeit, sich aktiv an der Verhinderung von Waldbränden zu beteiligen, in der Hoffnung, dass die Statistiken in diesem Jahr besser ausfallen als im letzten Jahr.
Brennstoffbewirtschaftung als Schlüsselmaßnahme
In Schlüsselgebieten wie dem Omkoi Wildlife Sanctuary, dem Ob Luang Nationalpark im Hod-Distrikt, dem Ban Hong Wildlife Sanctuary und dem Mae Ping Nationalpark in Lamphun sind Maßnahmen zur Brennstoffbewirtschaftung im Gange. Diese umfassen kontrollierte Brennungen, die in kleinen, kontrollierten Parzellen durchgeführt werden, um die Gefahr eines größeren Feuers zu minimieren. Diese kontrollierten Brennungen erfolgen vor Einbruch der Dunkelheit, besonders in Gebieten, die anfällig für wiederkehrende Brände sind. Kritsayam Kongsatri betont, dass die Brennstoffbewirtschaftung gemäß dem bestehenden Regierungsplan fortgesetzt wird, wobei der Fokus auf hochriskanten und wiederholt betroffenen Brandzonen liegt.
In ähnlicher Weise hat die US Forest Service über 100 Jahre Erfahrung im Management von Waldbränden auf National Forests und Grasslands. Wildlandbrände sind dabei schwer zu verhindern und zu kontrollieren. Sie können jedoch auch Umweltvorteile bieten, indem sie Brennstoffe für größere Waldbrände reduzieren und den Lebensraum für Wildtiere verbessern. Dennoch stellen sie auch eine Bedrohung für Leben, Häuser und natürliche sowie kulturelle Ressourcen dar. Die Forest Service hat zusammen mit Partnern eine National Cohesive Wildland Fire Management Strategy entwickelt, die resiliente Landschaften, feuerangepasste Gemeinschaften und eine sichere sowie effektive Reaktion auf Waldbrände beinhaltet. Community Wildfire Defense Grants unterstützen Gemeinden und Stämme bei der Planung und Risikominderung von Waldbränden.
Waldbrandmanagement in Deutschland
In Deutschland, speziell in Baden-Württemberg, wird aktiv an der Verbesserung der Waldbrandbekämpfung gearbeitet. Eine Plattform für Waldbrandmanagement hat das Ziel, landesweite Initiativen zur Waldbrandprävention und -vorsorge zu initiieren und zu stärken. Diese Verknüpfung von Verwaltungen von Forst und Feuerwehr sowie relevanten Organisationen schafft ein kreatives und hierarchiefreies Beratungsgremium, in dem Mitglieder sich austauschen und Entscheidungen vorbereiten. Regelmäßige Plattformtreffen und gemeinsame Schulungen für Forst und Feuerwehr fördern den Wissenstransfer und die Zusammenarbeit.
Während die Herausforderungen durch Waldbrände sowohl in Thailand als auch in Deutschland bestehen, zeigen die unterschiedlichen Ansätze zur Prävention und Bekämpfung, dass ein gemeinsames Ziel verfolgt wird: die Erhaltung unserer Wälder und der Schutz der Menschen, die in ihrer Nähe leben.