Heute ist der 14.02.2026. In China beginnt in wenigen Stunden das Fest des Frühlings, auch bekannt als chinesisches Neujahr, das in diesem Jahr vom 15. Februar bis zum 24. Februar gefeiert wird. Mit der Einläutung des Jahres des Pferdes sind Millionen von Menschen unterwegs, um die Feiertage mit ihren Familien zu verbringen. Laut aktuellen Berichten wird während der 40-tägigen Reisezeit ein Rekord von 9,5 Milliarden Passagierreisen erwartet. Dies stellt einen Anstieg im Vergleich zu 9,02 Milliarden im Vorjahr dar und zeigt, dass die Reiselust der Chinesen ungebrochen ist. Besonders beliebt sind Reiseziele wie Russland, Australien, Thailand und Südkorea, während Japan an Attraktivität verloren hat (Quelle).
Die Vorbereitungen auf die Rückkehr zu den Heimatorten sind oft mit einem wahren Reise-Marathon verbunden. Liu Zhiquan, der im Bauwesen arbeitet, hat eine über 30-stündige Zugfahrt nach Chengdu vor sich, der Hauptstadt der Provinz Sichuan. Er gehört zu den Hunderten von Millionen, die sich auf die größte menschliche Bewegung der Welt, bekannt als „chunyun“, begeben. Diese Zeit ist für viele Arbeiter besonders kostbar, da sie lange Arbeitszeiten und wenig Urlaub haben. Liu hat sich für einen langsameren Zug entschieden, um Kosten zu sparen, denn der Hochgeschwindigkeitszug wäre mehr als doppelt so teuer (Quelle).
Die wirtschaftlichen Hintergründe
Trotz der festlichen Stimmung sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in China herausfordernd. Ein anhaltender Rückgang im Immobiliensektor hat den Wohlstand vieler Haushalte beeinträchtigt, und das ungleiche Wirtschaftswachstum nach der Covid-19-Pandemie hat zu Arbeitsplatzunsicherheiten geführt. Viele Chinesen, die sich nach einer kurzen Flucht aus dem Alltag sehnen, investieren zunehmend in Erlebnisse, anstatt in materielle Güter (Quelle).
Die chinesische Regierung schätzt, dass etwa 540 Millionen der Reisen mit dem Zug unternommen werden, während 95 Millionen per Flugzeug fliegen und der Rest auf der Straße reist. Passagiere sind an den Bahnhöfen mit großen Taschen und Koffern versammelt. In Peking nutzen viele Reisende die Gelegenheit, Instantnudeln zu essen, da die Bahnhöfe kostenlos heißes Wasser bereitstellen (Quelle).
Der Tourismus in China
Der Tourismussektor in China hat sich seit den Reformen der 1980er Jahre zu einem wesentlichen Bestandteil der Binnenwirtschaft entwickelt. Mit dem Aufstieg einer wohlhabenden Mittelschicht und der Lockerung von Reisebeschränkungen hat sich der Reisetrend verstärkt. Im Jahr 2024 zählte China 5,6 Milliarden Reisen, was einen exponentiellen Anstieg im Vergleich zu den vergangenen Jahren darstellt. Die Branche generiert Gesamteinnahmen von 6,4 Billionen Yuan und bietet über 80 Millionen Arbeitsplätze (Quelle).
Die Erholung des Inlandsreiseverkehrs ist bemerkenswert, während internationale Reisen nach wie vor hinter den Werten von vor der Pandemie zurückbleiben. Prognosen deuten darauf hin, dass diese bis Ende 2025 oder 2026 das Niveau von 2019 erreichen könnten, abhängig von verschiedenen Faktoren wie Flugverfügbarkeit und geopolitischer Lage. Die Tourismusbranche bleibt ein wichtiger Motor für die chinesische Wirtschaft und zieht sowohl nationale als auch internationale Reisende an, die die vielfältigen kulturellen Angebote des Landes erkunden möchten (Quelle).