Eine erschreckende Geschichte über Dengue-Fieber erreicht uns aus Thailand, wo die 64-jährige Kerstin S. während ihres Urlaubs auf Ko Samui schwer erkrankt ist. Erste Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen traten plötzlich auf, und die Diagnose Dengue-Fieber wurde schnell in der Inselklinik gestellt. Trotz der schnellen medizinischen Intervention verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch, was zu einer Verlegung auf die Intensivstation führte. Dort musste Kerstin künstlich ernährt und beatmet werden, während ihr Mann Uwe in ständigem Kontakt mit dem ADAC stand, der alle Formalitäten übernahm und täglich mit den behandelnden Ärzten kommunizierte.
Nach einer Stabilisierung ihres Gesundheitszustands trat jedoch eine lebensbedrohliche Komplikation auf: eine Lungenembolie. Die Behandlung dieser ernsthaften Komplikation war notwendig, bevor Kerstin S. schließlich als „fit to fly“ eingestuft wurde. Der ADAC organisierte daraufhin einen komplexen Rücktransport, der einen Begleitarzt, Rettungssanitäter und mehrere Flugabschnitte umfasste – von Ko Samui über Bangkok und Istanbul nach Düsseldorf. Jährlich holt der ADAC rund 47.500 Patienten zurück nach Deutschland, die im Urlaub verunglückt oder erkrankt sind, und greift dabei auf eine eigene Flotte von vier Ambulanz-Jets zurück sowie auf Plätze in Linien- oder Charterflügen.
Überblick über Dengue-Fieber
Denguefieber wird durch eines der vier Denguevirus-Serotypen (DENV-1 bis DENV-4) verursacht und erfolgt hauptsächlich durch tagaktive Stechmücken der Gattung Aedes, insbesondere Aedes aegypti und Aedes albopictus. Diese Mücken sind häufig in städtischen Gebieten verbreitet, besonders während der Regenzeit, was zu einem Anstieg der Infektionen führt. Die Inkubationszeit vom Mückenstich bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt zwischen 3 und 14 Tagen.
In den meisten Fällen verläuft das klassische Denguefieber mild und zeigt grippeähnliche Symptome. In der akuten Phase, die 5 bis 7 Tage dauert, können jedoch auch schwerere Verläufe auftreten, wie das Dengue Hämorrhagische Fieber (DHF) oder das Dengue Schock Syndrom (DSS). Diese können unbehandelt tödlich verlaufen, und intensive medizinische Behandlung ist erforderlich, um das Überleben zu sichern. Eindringlich ist es zu erwähnen, dass Reisende, wie Kerstin S., ebenfalls betroffen sein können, während häufig einheimische Kinder die Hauptleidtragenden sind.
Symptome und Behandlung
Die Symptome von Denguefieber können von leichtem Fieber bis hin zu heftigen Muskel- und Gelenkschmerzen reichen, weshalb die Krankheit oft auch als „Knochenbrecher-Fieber“ bezeichnet wird. Nach einer überstandenen Infektion besteht lebenslange Immunität gegen den verursachenden Serotyp, jedoch nicht gegen die anderen drei, was bedeutet, dass wiederholte Infektionen möglich sind. Die Behandlung ist symptomatisch, wobei eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von entscheidender Bedeutung ist. Blutverdünnende Medikamente wie Aspirin® sollten vermieden werden. Ein Krankenhausaufenthalt ist notwendig, wenn die Flüssigkeitsaufnahme unzureichend ist oder der Allgemeinzustand sich verschlechtert.
Prävention und neue Impfstoffe
Um sich vor Denguefieber zu schützen, sind präventive Maßnahmen unerlässlich. Dazu gehört der Schutz vor Insektenstichen, insbesondere tagsüber und in der Dämmerung. Seit 2023 gibt es einen neuen Impfstoff, Qdenga®, der für Personen ab 4 Jahren mit vorheriger labordiagnostisch gesicherter Dengue-Virusinfektion empfohlen wird. Eine allgemeine Impfempfehlung für Dengue-naive Personen besteht jedoch aufgrund einer limitierten Datenlage nicht.
Kerstin S. hat sich inzwischen gebessert, doch der Weg zur vollständigen Genesung wird lang sein. Die Ereignisse rund um ihre Erkrankung verdeutlichen, wie wichtig es ist, bei Reisen in Dengue-Endemiegebiete wachsam zu sein und sich über mögliche Risiken und Schutzmaßnahmen zu informieren. Für weitere Informationen über Denguefieber und seine Verbreitung können die aktuellen Berichte des ECDC und CDC konsultiert werden. Quelle, Quelle, Quelle.