Heute ist der 14.02.2026 und die aktuellen Entwicklungen auf dem Reis- und Agrarmarkt sind alles andere als unbemerkt geblieben. Die globalen Reispreise sind um 35 Prozent gefallen und liegen nun bei etwa 360 US-Dollar pro Tonne, dem niedrigsten Niveau seit 2017. Diese Preisentwicklung ist vor allem auf die Aufhebung der Exportbeschränkungen durch Indien zurückzuführen, dem weltweit größten Reisexporteur. Indien hatte 2022 seine Exporte eingeschränkt, um die steigenden Weltmarktpreise zu kontrollieren und die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu sichern. Die Preise waren in den Jahren 2022 und 2023 um insgesamt 19 Prozent gestiegen, was unter anderem durch den Ukraine-Krieg und ungünstige Wetterbedingungen in Asien bedingt war. Mit der Wiederaufnahme der Exporte im Jahr 2024 und rekordhohen Ernten in Asien sanken die Preise jedoch drastisch (Coface).

Aktuell wird indischer Parboiled-Reis mit einem Bruchreisanteil von 5 % für 353–359 USD pro Tonne angeboten, was stabil im Vergleich zur Vorwoche ist. Auch der Preis für weißen Reis aus Indien, ebenfalls mit 5 % Bruchreisanteil, liegt zwischen 351 und 356 USD pro Tonne. Dies deutet auf eine leichte Erholung der Nachfrage nach indischen Reisexporten hin, insbesondere aus afrikanischen Ländern. Vietnamesischer Reis wird am 12. Februar für 360-365 USD pro Tonne angeboten, was einen leichten Rückgang gegenüber der Vorwoche darstellt. Die Handelsaktivitäten in Vietnam verlangsamen sich vor dem chinesischen Neujahrsfest, wobei eine Erholung nach den Feiertagen erwartet wird (Vietnam.vn).

Marktentwicklungen und Prognosen

Auf dem thailändischen Markt hingegen wird thailändischer Bruchreis mit 5 % Bruchreisanteil für 395 USD pro Tonne angeboten, was einen Anstieg im Vergleich zur Vorwoche darstellt. Der Markt für thailändischen Reis wird als träge eingeschätzt, wobei die Nachfrage hauptsächlich von Stammkunden auf den Philippinen und in Indonesien kommt. Allerdings wird ein Angebotsrückgang in Thailand prognostiziert, da Landwirte ihre Anbauflächen reduzieren. Dies könnte die zukünftige Verfügbarkeit und die Preisgestaltung beeinflussen.

In Bangladesch bleiben die Reispreise trotz guter Ernten hoch, was die Verbraucher erheblich belastet. Diese Situation könnte sich in den kommenden Jahren ändern, da für 2026 ein wachsender Angebotsüberschuss erwartet wird, unterstützt durch positive Produktionsprognosen und eine mögliche Rückkehr des Wetterphänomens La Niña im vierten Quartal 2025. Simon Lacoume, Branchenanalyst bei Coface, prognostiziert, dass die Preise bis Ende 2025 weiter fallen und sich 2026 stabilisieren werden.

Kaffeepreise und andere Agrarprodukte

Aber nicht nur Reis macht von sich reden. Auch die Preise für Sojabohnen an der Chicagoer Warenbörse steigen am 13. Februar um 0,13 % auf 11,3875 USD pro Scheffel, mit einem Wochenplus von 2 %. Die Nachfrage aus China treibt die Preise an, während neue Exportaufträge nach China in Höhe von 264.000 Tonnen bestätigt wurden. Weizenpreise hingegen fallen um 0,14 % auf 5,5575 USD pro Scheffel, während Maispreise stabil bei 4,3125 USD pro Scheffel bleiben.

In der Kaffeewelt steigen die Preise für Robusta-Kaffee-Futures am 13. Februar um 0,63 % auf 3.859 USD pro Tonne; Arabica-Kaffeepreise steigen ebenfalls leicht. Diese Preiserhöhungen sind das Ergebnis einer anhaltend hohen Nachfrage der Röstereien, die die Preise ankurbeln. Im Januar 2026 exportierte Brasilien 2,78 Millionen 60-kg-Säcke Kaffee, was einem Rückgang von 30,8 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die Entwicklungen auf dem Agrarmarkt zeigen, wie stark die Globalisierung und Wettereinflüsse die Preise und Verfügbarkeiten beeinflussen. Die Philippinen, die wichtige Abnehmer sind, haben seit dem 1. September 2023 die Reisimporte für 60 Tage ausgesetzt, um heimische Reisbauern zu schützen. Japan hingegen sieht sich mit einer Versorgungskrise konfrontiert, verursacht durch eine schlechte Ernte 2023 und Lagerengpässe. Die strengen Importquoten, die Japan aufrechterhält, um die heimische Reisproduktion zu schützen, stören die Dynamik des Binnenmarktes und können zu weiteren Preisschwankungen führen (Lebensmittel Praxis).