Am internationalen Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok wurde kürzlich ein bemerkenswerter Fall ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Am 10. Februar 2023 entdeckten Zollbeamte 11,75 kg Nashornhörner im Gepäck eines 36-jährigen vietnamesischen Touristen. Dieser war von Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo über Äthiopien nach Thailand gereist und plante, mit Thai Airways nach Vientiane in Laos zu fliegen. Eine Routineuntersuchung mit Röntgenbildern entlarvte die Anomalien in einer Styroporbox, was zu einer weitergehenden Kontrolle führte.
Bei der Durchsuchung wurden nicht nur sechs Nashornhörner in drei Paketen gefunden, sondern auch drei Tierhäute und ein Mobiltelefon. Der Tourist konnte keine Genehmigungen für den Export, Import oder Transit von Wildtierprodukten vorlegen und sieht sich nun strafrechtlichen Konsequenzen gemäß dreier thailändischer Gesetze gegenüber: dem Wildlife Conservation and Protection Act 2019, dem Customs Act 2017 und dem Animal Disease Prevention and Control Act 2015. Die sichergestellten Beweismittel sind nun in der Obhut der Polizei und werden zur Artenbestimmung an das Zentrum für Wildtierforensik übergeben, berichtet Vietnam.vn.
Erhöhte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit
Die thailändische Zollbehörde plant zudem, die Häufigkeit der Gepäckkontrollen zu intensivieren und die Überwachung auf Hochrisiko-Routen zu verstärken. Diese Maßnahmen sind Teil Thailands engagierter Kampagne zur Bekämpfung illegaler Wildtierhandelsnetzwerke. Dazu gehört auch die Bindung an das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES). Laut dem NABU hat Thailand in dieser Hinsicht klare Schritte unternommen, um sicherzustellen, dass der internationale Handel mit bedrohten Arten streng reguliert wird und der Rückgang dieser Spezies bekämpft wird, wie auf der CITES-CoP20 in Usbekistan diskutiert wurde. NABU berichtet, dass über 180 Vertragsstaaten sich über mehr als 50 Anträge zu bedrohten Arten abgestimmt haben, um den Wildtierschutz zu stärken.
Eine interessante Lösung gegen die Wilderei, die in Südafrika erprobt wird, ist der Einsatz von radioaktiven Nashornhörnern. Diese Maßnahme soll Wilderer abhalten, da bei einer Entdeckung in einem geschützten System eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie überführt werden. Solche innovativen Ansätze und der internationale Austausch sind entscheidend, um den Schutz von gefährdeten Arten zu gewährleisten. Der Spiegel informiert über die Fortschritte in diesem Bereich.
Einsatz für Artenschutz
Um den Schutz bedrohter Arten zu intensivieren, hat das CITES-Abkommen verschiedene Anhänge, die den nützlichen Rahmen für den internationalen Handel bieten: Anhang I steht für den stärksten Schutz, während Anhang II einen nachhaltigen Schutz vorsieht, der Handelsgenehmigungen erfordert. Diese Regelungen unterstreichen das Engagement von Nationen, nicht nur ihre eigenen Wildtierpopulationen, sondern auch weltweit bedrohte Arten zu schützen.
Thailand ist dabei nicht allein. Der internationale Druck auf einen effektiven Schutz und die Einhaltung von CITES ist entscheidend, um den vielfältigen und komplexen Herausforderungen der Wilderei und des illegalen Handels begegnen zu können. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Vorgehensweisen zur Bekämpfung dieser Bedrohungen weiterentwickeln werden, doch das Engagement ist eindeutig vorhanden.