In Thailand, genauer gesagt in den privaten Tigeranlagen des Tiger Kingdom in der Provinz Chiang Mai, gibt es besorgniserregende Nachrichten. Innerhalb weniger Wochen sind dort 72 Tiger gestorben, was das größte dokumentierte Massensterben in einer solchen Einrichtung darstellt. Die Tiger lebten in einem Park, in dem insgesamt 246 Tiere gehalten wurden. Bis zum 18. Februar 2026 breitete sich eine Erkrankung in mehreren Gehegen aus, die zunächst unklar blieb. Erste Untersuchungen deuten jedoch auf das Felinen Parvovirus (FPV) hin, während auch das Canine Staupevirus (CDV) in Betracht gezogen wird. Mögliche Ursachen für die Todesfälle könnten kontaminiertes Futter, insbesondere rohes Hühnerfleisch, sein.
Die betroffenen Anlagen wurden für 14 Tage geschlossen und unter Quarantäne gestellt. Die Gehege wurden desinfiziert und die Kadaver verbrannt, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Gesundheitsbehörden überwachen über 100 Personen, die zwischen dem 8. und 19. Februar engen Kontakt mit den Tigern hatten, konnten jedoch bisher keine Krankheitssymptome feststellen. Offiziellen Angaben zufolge sind die nachgewiesenen Infektionen nicht auf Menschen übertragbar. Experten warnen jedoch vor der schnellen Verbreitung von Erregern in Einrichtungen mit hoher Tierdichte. Zudem könnte die Inzucht das Immunsystem der Tiger geschwächt haben, was sie anfälliger für Krankheiten macht. Tierschützer kritisieren die Bedingungen in Tiger-Erlebnisparks und fordern die Schließung solcher Betriebe, da diese oft nicht artgerecht sind und das Wohl der Tiere missachtet wird (Quelle 1).
Die Problematik der Tiger-Zoos
Die thailändische Regierung plant tatsächlich, „Tiger-Zoos“ wie den in Phuket schrittweise zu schließen. Doch die Rückkehr der Touristen könnte dazu führen, dass solche Wildtier-Attraktionen wieder beliebter werden. Der Besuch dieser Einrichtungen wird als problematisch angesehen, da er das Leid der Tiere oft nicht offensichtlich macht. Touristen, die Eintrittsgelder zahlen, unterstützen möglicherweise Wilderei und illegalen Wildtierhandel, ohne es zu merken. Daher wird ein Boykott solcher Vergnügungsparks mit Wildtieren gefordert, und es wird geraten, keine Selfies mit Tigern und anderen Tieren zu machen, da Wildtiere nicht gestreichelt werden sollten (Quelle 2).
Der illegale Wildtierhandel
Ein weiterer Aspekt, der in der Diskussion um Tiger und deren Wohlbefinden eine zentrale Rolle spielt, ist der illegale Wildtierhandel. Dieser ist ein Millionengeschäft, bei dem Tigerbabys früh von der Mutter getrennt und an Streichelzoos oder Privatpersonen verkauft werden. Ausgewachsene Tiger sind oft schwerer zu handhaben und werden daher weiterverkauft. Besonders Tiger aus Europa sind in Asien begehrt; ein lebender Tiger kann bis zu 22.000 Euro kosten. Auch Tigerteile haben einen hohen Wert, zum Beispiel kostet ein kleiner Tigerzahn etwa 800 Euro. Illegale Wildtierhändler jagen Tiger in Ländern wie Bangladesch, Kambodscha und China. Der Diplom-Biologe Florian Eiserlo betont die Notwendigkeit, den kommerziellen Handel mit Tigern zu verbieten, um diese majestätischen Tiere zu schützen (Quelle 3).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Situation der Tiger in Thailand und weltweit äußerst besorgniserregend ist. Die Kombination aus unzureichenden Haltungsbedingungen in Tiger-Zoos, der Gefahr der Krankheitsübertragung und dem illegalen Wildtierhandel stellt eine ernsthafte Bedrohung für das Überleben dieser beeindruckenden Tiere dar. Es ist dringend notwendig, dass sowohl Regierungen als auch die Öffentlichkeit Maßnahmen ergreifen, um dieses Problem anzugehen und das Wohl der Tiger zu sichern.