Die faszinierende Tierwelt Thailands wird durch die neuesten Erkenntnisse über Asiatische Tapire bereichert. Forscher haben archivierte Daten von Kamerafallen aus dem Khlong Saeng–Khao Sok Forest Complex in Südthailand ausgewertet und dabei mindestens 43 individuelle Asiatische Tapire identifiziert. Diese Region könnte sich als ein wichtiger Rückzugsort für die gefährdete Art herausstellen, die durch Lebensraumverlust und Fangen bedroht ist. Der Schutz intakter Waldgebiete ist daher entscheidend für ihr Überleben.

Die Studie, geleitet von Wyatt Petersen, einem Biologen an der King Mongkut’s University of Technology Thonburi, wurde in der Zeitschrift Mammalian Biology veröffentlicht. Die Forscher verwendeten „Beifang“-Bilder von Kamerafallen, die ursprünglich zur Fotografie von Bären eingerichtet wurden, um die Tapirdichte zu schätzen. Die Ergebnisse zeigen eine geschätzte Dichte von 6-10 Tapiren pro 100 Quadratkilometer, was vergleichbar mit ähnlichen Lebensräumen in Peninsular Malaysia ist. Es wird sogar vermutet, dass der Waldkomplex bis zu 436 reife Tapire beherbergen könnte, eine Zahl, die die bisherigen Schätzungen für Thailand und Myanmar übersteigt. Jedoch warnen die Forscher, dass diese Zahl möglicherweise die tatsächlichen Bestände überschätzt.

Neue Erkenntnisse über die Tierwelt

Die Asiatischen Tapire sind die größte der vier Tapirarten und die einzige, die außerhalb Lateinamerikas vorkommt. Laut der IUCN-Bewertung von 2014 sind sie als gefährdet eingestuft, mit weniger als 2.500 reifen Individuen. Die Studie ergab zudem, dass Tapire in höheren Lagen häufiger vorkommen, was im Gegensatz zu früheren Erkenntnissen aus Sumatra steht. Interessanterweise wurden männliche Tapire doppelt so häufig fotografiert wie weibliche, was auf größere Lebensräume der Weibchen hindeutet.

Die Erkenntnisse über die Asiatischen Tapire sind Teil eines umfassenderen Wildlife Monitoring Projects, das 2011 am Cheow Larn Lake gestartet wurde. Dieses Projekt zielt darauf ab, die Tierwelt im Khao Sok Nationalpark zu erforschen und nutzt bewegungsgesteuerte Kameras zur Überwachung von Tierbewegungen. Im Bang Chong Gebiet, das Teil des Khlong Saeng Wildlife Sanctuary ist, wurden bedrohte und gefährdete Arten wie Wilde Asiatische Elefanten, Malayan Sun Bears, Gaurs, Asiatische Schwarzbären und Wolkenleoparden entdeckt. Regelmäßige Berichterstattung und Austausch von Kamerafotos mit lokalen Behörden unterstützen die Forschungsarbeit und den Naturschutz in dieser biologisch vielfältigen Region.

Ein Rückzugsort für bedrohte Arten

Khlong Saeng ist nicht nur die Heimat der Asiatischen Tapire, sondern auch ein wichtiger Rückzugsort für viele andere Tierarten. Die Region gehört zum Tenasserim-Gebirgszug in Südthailand und beherbergt eines der biologisch vielfältigsten Ökosysteme des Landes. Die einmal weitläufigen immergrünen Wälder von Plaisang und Khlong Saeng bieten zahlreiche Lebensräume für Flora und Fauna, einige davon endemisch. Klare Bäche durchziehen die Region und sind eine essenzielle Wasserquelle für die Wildtiere, besonders in der Trockenzeit.

Regelmäßige Diskussionen über gefilmte Arten mit der lokalen Forschungsstation und die Schulung von Guides in Khao Sok Wildlife und Vogelbeobachtung sind Teil des Engagements, die Biodiversität und den Naturschutz in dieser einzigartigen Region zu fördern. Die bemerkenswerte Vielfalt an Wildtieren, einschließlich seltener Vogelarten wie Hornvögel und Adler, macht Khlong Saeng zu einem beliebten Ziel für Naturbegeisterte und Naturschützer, die die Schönheit und den Wert dieser einzigartigen Ökosysteme schätzen.

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten zeigen deutlich, wie wichtig es ist, bestehende Kamerafallen-Datensätze zu nutzen, um mehr über Asiatische Tapire und andere schwer zu erfassende Arten zu erfahren. Mit dem Ziel, die letzten Überreste der einst weitläufigen immergrünen Wälder zu schützen, bleibt die Arbeit der Forscher und Naturschützer in Khlong Saeng von entscheidender Bedeutung für die Erhaltung der Biodiversität in dieser Region.