Die politische Landschaft Thailands bleibt auch nach der jüngsten Parlamentswahl am 08. Februar 2026 turbulent. Die Wahlkommission Thailands hat am 17. Februar 2026 eine Neuwahl in Phayao, Wahlkreis 1, Abstimmungseinheit 6 angeordnet. Diese Entscheidung erfolgt im Kontext einer Nachzählung, die an sieben weiteren Standorten durchgeführt wird. Eine besondere Nachzählung für das Referendum in Kanchanaburi findet am 22. Februar 2026 statt, und eine Reihe von weiteren Nachzählungen für Wahlstimmen ist ebenfalls angesetzt.
Die vorläufigen Wahlergebnisse zeigen, dass die Bhumjaithai-Partei unter der Führung von Ministerpräsident Anutin Charnvirakul die Wahl gewonnen hat und mindestens 192 der 500 Sitze im Repräsentantenhaus gewonnen hat. Die People’s Party (PP) folgt mit 114 Sitzen, während die Pheu Thai, die Partei des Milliardärs Thaksin Shinawatra, mit 78 Sitzen den dritten Platz belegt. Diese Wahlergebnisse werfen Fragen auf, insbesondere da Anutin Charnvirakul erst weniger als 100 Tage im Amt ist, nachdem er Paetongtarn Shinawatra abgelöst hat.
Neuwahlen und Nachzählungen in Thailand
Die Neuwahl für sowohl Wahlkreis- als auch parteilose Abgeordnete wird in Phayao, Wahlkreis 1, Mueang District, Polling Unit 6, Thawang Thong Subdistrict stattfinden. Die genauen Termine, Zeiten und Orte für die Neuwahl und die Nachzählungen werden bald bekannt gegeben. Die Nachzählungen umfassen unter anderem das Polling Unit 10 im Wahlkreis 15, Khan Na Yao District, Bangkok, sowie mehrere Standorte in Prachuap Khiri Khan und Phetchabun. Diese Entwicklungen verdeutlichen die Komplexität und die Dynamik des politischen Prozesses in Thailand, besonders vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheiten im Land.
Analysten haben die Neuwahlen als einen Versuch von Anutin interpretiert, vom Nationalismus zu profitieren, insbesondere vor dem Hintergrund eines Grenzkonflikts mit Kambodscha. Dies könnte auch erklären, warum die Wahlbeteiligung im Vergleich zu den vorherigen Wahlen deutlich niedriger war. Die Bhumjaithai-Partei hat es geschafft, konservative Stimmen zu bündeln und Unterstützung von Teilen des politischen und wirtschaftlichen Establishments zu gewinnen.
Die politische Situation nach der Wahl
Nach dem Wahlsieg muss die Bhumjaithai-Partei Koalitionspartner finden, um eine stabile Regierung zu bilden, da eine absolute Mehrheit von 251 Sitzen erforderlich ist, um Koalitionsverhandlungen zu vermeiden. Die People’s Party hat bereits angekündigt, in die Opposition zu gehen, was die politische Landschaft weiter fragmentiert. Der Vorsitzende der People’s Party, Natthaphong Ruengpanyawut, hat das parlamentarische System respektiert und die Bhumjaithai-Partei als Sieger anerkannt.
Ein weiterer Aspekt, der die Wahlergebnisse beeinflusst hat, ist das Referendum zur Ersetzung der Verfassung von 2017, bei dem fast zwei Drittel der Wähler für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung gestimmt haben. Kritiker bemängeln, dass die gegenwärtige Verfassung nicht gewählten Institutionen wie dem Senat zu viel Macht gibt. Es bleibt unklar, wie die neue Verfassung aussehen wird, und die Unberechenbarkeit der thailändischen Politik zeigt sich einmal mehr in diesen Entwicklungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die jüngsten Ereignisse in Thailand einen bedeutenden Wendepunkt in der politischen Landschaft darstellen. Mit den bevorstehenden Neuwahlen und Nachzählungen steht das Land vor einer ungewissen Zukunft, während die politischen Akteure sich auf Koalitionsverhandlungen und die Formulierung einer neuen Verfassung vorbereiten. Weitere Informationen zu diesen Entwicklungen finden sich in dem Artikel auf Nation Thailand, sowie auf Tagesschau und SRF.