In Pattaya wird das Gehen zur Herausforderung. Auf der belebten Soi Buakhao teilen sich Fußgänger den Raum mit Motorrädern und Baht-Bussen, was nicht selten zu riskanten Situationen führt. Ausländische Bewohner kritisieren die mangelhafte Verkehrssicherheit, die sie als strukturelles Problem in Thailand identifizieren. Ein einheitliches Verkehrsverständnis scheint hier am richtigen Platz zu fehlen. Einigkeit herrscht darüber, dass Fußgängerüberwege häufig von Autofahrern ignoriert werden, und es wird vermutet, dass das mangelhafte Wissen über Verkehrsregeln eine Schlüsselrolle spielt, wie Pattaya Mail berichtet.
Ein zentrales Problem ist die unzureichende Ausbildungsqualität der Fahrer. Viele Fahrer sind ohne formale Fahrschulausbildung unterwegs oder haben nicht ausreichend gelernt, wie man sicher mit Fußgängern umgeht. Dies betrifft besonders den Vorrang an Fußgängerüberwegen und das Einhalten sicherer Abstände beim Überholen. Hinzu kommt, dass die Kontrolle im Straßenverkehr oft zu wünschen übrig lässt. Seltene Polizeikontrollen an kritischen Punkten führen dazu, dass rote Ampeln und zebrastreifen oft ignoriert werden.
Verkehrssicherheit in Zahlen
Die Lage auf thailändischen Straßen wird zusätzlich durch die alarmierenden Statistiken zur Verkehrssicherheit deutlich. Im Jahr 2021 gab es in Thailand schätzungsweise 18.000 Verkehrstote, wobei der Anteil der Fußgänger und Radfahrer an den Gesamtzahlen nur bei 2% liegt, während der Asien-Pazifik-Durchschnitt bei 31% liegt. Diese Zahlen verdeutlichen den akuten Handlungsbedarf auf den Straßen. Zudem wird geschätzt, dass die Kosten der Verkehrsunfälle etwa 36 Milliarden USD betrugen, was rund 7% des thailändischen BIP ausmacht. Dies sorgt für einen doppelten Druck: Sobald die Straßen sicherer werden, könnten nicht nur Leben gerettet, sondern auch wirtschaftliche Verluste gesenkt werden. Laut dem Asian Transport Observatory sind nur 19% der Straßeninfrastruktur in Thailand jedenfalls für Fußgänger sicher ausgelegt, was die angespannte Situation zusätzlich unterstreicht (Asian Transport Observatory).
Um die verpatzte Verkehrssicherheit zu verbessern, sind verschiedene Maßnahmen zur Diskussion. Eine verstärkte Polizeipräsenz, vor allem an den stoßzeiten und die Einführung höherer Geldstrafen könnten hilfreich sein. Zudem wird die Aufklärung als Schüsselbegriff hervorgehoben; Informationskampagnen zur Bedeutung von Fußgängerüberwegen sind unerlässlich. Damit Verkehrsteilnehmer sowohl einheimische als auch ausländische die Regeln besser verstehen und einhalten können, wäre aufbereitete Informationsmaterial wichtig.
Klar ist: Die bloße Existenz von Fußgängerüberwegen gewährleistet noch keine Sicherheit auf den Straßen. Vielmehr braucht es ein Zusammenspiel aus Wissen, Kontrolle und Verantwortlichkeit, um die Situation endlich zu verbessern. Dabei stehen den Verantwortlichen viele Herausforderungen ins Haus, doch mit dem richtigen Ansatz könnte Pattaya bald ein sichererer Ort für Fußgänger werden.