In der letzten Woche wurde das Nipah-Virus in Indien entdeckt, und die Gesundheitsbehörden haben Alarm geschlagen. Zwei Krankenschwestern in Westbengalen sind infiziert, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranlasst hat, dringend auf die Situation hinzuweisen. Der gefährliche Erreger, bekannt für seine hohe Sterblichkeitsrate, beschäftigt nun nicht nur Indien, sondern auch Nachbarländer wie Thailand, Nepal und Taiwan. Diese Länder haben sofortige Flughafen-Kontrollen für Reisende aus Indien eingeführt, um eine mögliche Ausbreitung zu verhindern. An den Flughäfen in Bangkok und Phuket wurden seit dem Wochenende bereits 1.700 Passagiere getestet, glücklicherweise alle mit negativem Ergebnis, wie fr.de berichtet.
Gleichzeitig sorgt das bevorstehende chinesische Neujahrsfest am 17. Februar für einen Anstieg der Reisebewegungen quer durch Asien. Dies erhöht auch die Gefahr einer möglichen Einschleppung des Virus, dessen Reservoir hauptsächlich Flughunde sind. Die WHO beschreibt Nipah als Zoonose, was bedeutet, dass der Erreger von Tieren auf Menschen übertragbar ist. Neben Flughunden können auch Schweine als Überträger fungieren, was die Gefahr einer Übertragung an Menschen zusätzlich steigert.
Symptome und Gefahren
Das Nipah-Virus hat einen Inkubationszeitraum von drei bis 14 Tagen, unter Umständen sogar bis zu 45 Tagen. Die Symptome reichen von Fieber und Kopfschmerzen über Schwindel bis hin zu schweren neurologischen Störungen. Schlimmstenfalls kann die Sterblichkeitsrate bis zu 75 Prozent betragen. Aktuell gibt es keinen zugelassenen Impfstoff oder spezifische Behandlungsmethoden, was die Situation umso besorgniserregender macht. Intensive medizinische Betreuung kann jedoch die Überlebenschancen von Infizierten verbessern, wie die WHO erklärt.
Eine tragische Anekdote kommt aus Bangladesch, wo Anfang Februar eine Frau an den Folgen der Krankheit verstarb. Dies zeigt einmal mehr, wie ernst die Lage ist. Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass eine der beiden Krankenschwestern in einem Privatkrankenhaus nördlich von Kolkata arbeitete und möglicherweise das Virus von einem ungetesteten, verstorbenen Patienten übernommen hat. Die WHO hat 196 Kontaktpersonen dieser Fälle identifiziert und unter Quarantäne gestellt, was zu einem gewissen Grad an unter Kontrolle bringt.
Vergangene Ausbrüche und die Perspektive
Der Nipah virus wurde erstmals 1998 während eines Ausbruchs unter Schweinefarmern in Malaysia entdeckt und hat seitdem mehrfach in verschiedenen Regionen zugeschlagen, Unter anderem in Bangladesch und den Philippinen, wobei die epidemiologischen Herausforderungen nicht zu unterschätzen sind. Ein Impfstoff gegen das verwandte Hendra-Virus für Pferde ist zwar seit 2012 verfügbar, doch für Menschen gibt es keinen umfassenden Schutz gegen Nipah. Dies macht Präventionsmaßnahmen, wie die Kontrolle von Tierständen und Hygiene in Gesundheitseinrichtungen, umso wichtiger.
Aktuell gibt die WHO jedoch Entwarnung für die globale Community und sieht das Risiko das Virus betreffend als gering ein. Dennoch ist Wachsamkeit geboten, insbesondere mit den bevorstehenden Feiertagsreisewellen. Thailand und andere Staaten müssen auf das Schärfste darauf achten, die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen.
Die Situation verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig es ist, bei Krankheitsausbrüchen sofortige und umfassende Pandemiepläne zu implementieren. Mehr Informationen und Details zum Nipah-Virus können in den Berichten von WHO sowie RKI nachgelesen werden.