Gestern, am 11. April, brach auf der Mülldeponie der Stadtverwaltung Phuket ein Brand aus, der gegen 15.10 Uhr von Anwohnern gemeldet wurde. Bürgermeister Supachok La-ongphet und Abgeordneter Chalermpong Saengdee wurden umgehend informiert. Der betroffene Bereich ist die Deponie für Abfälle von ganz Phuket, und die Bürger mussten eine massive schwarze Rauchwolke beobachten, die höher als ein fünfstöckiges Gebäude war. Der Brandgeruch wurde als stechend und gesundheitlich belastend beschrieben.
Die Feuerwehr hatte anfangs Schwierigkeiten, zum Brandherd vorzudringen, da große Mengen Müll den Zugang versperrten. Es wird vermutet, dass das Feuer in den Abschnitten 4 und 5 der Deponie ausgebrochen ist. Um den Einsatzkräften den Zugang zu erleichtern, werden Bagger eingesetzt. Glücklicherweise begünstigt die Windrichtung die Situation, da der Rauch in Richtung Meer zieht und nicht in die Innenstadt. Die Stadtverwaltung hat die Bevölkerung aufgefordert, Schutzmasken zu tragen und offizielle Mitteilungen der Behörden zu verfolgen, insbesondere aufgrund der Warnung vor Staubpartikeln und dem Rauchgeruch, insbesondere bei starkem Wind.
Hintergrund zur Abfallwirtschaft in Phuket
Die Brandlage auf der Mülldeponie ist Teil eines größeren Problems, mit dem Phuket konfrontiert ist. Die Stadt bereitet sich auf die touristische Hochsaison vor, während die lokalen Behörden gegen eine wachsende Abfallwirtschaftskrise kämpfen. Aktuell fallen täglich rund 1.000 Tonnen Müll an, während die bestehenden Anlagen nur 700 Tonnen verarbeiten können. Prognosen deuten darauf hin, dass die Abfallmenge während der Hochsaison auf bis zu 1.400 Tonnen ansteigen könnte. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung dar, insbesondere da die Deponiezelle Nr. 4 wieder geöffnet wurde, was bereits zu Geruchsbeschwerden geführt hat.
Um den Herausforderungen der Abfallwirtschaft zu begegnen, setzt die Stadt Phuket biofermentierte Lösungen zur Geruchsneutralisierung ein und hat private Firmen mit der Sortierung des Abfalls beauftragt, um Ersatzbrennstoff (EBS) zu produzieren, der an Zementfabriken in Saraburi verkauft wird. Zudem ist eine zweite Müllverbrennungsanlage im Bau, die bis Ende 2026 fertiggestellt sein soll und die Kapazität um 500 Tonnen pro Tag erhöhen wird, was die Gesamtverarbeitungskapazität auf 1.200 Tonnen pro Tag steigert. Eine dritte Verbrennungsanlage ist im Bezirk Thalang in Planung, um den Mülltransport ins Stadtzentrum zu verringern.
Die touristische Herausforderung und der Umweltschutz
Phuket ist die größte Insel Thailands und zieht jährlich rund 13 Millionen Touristen an, obwohl die Insel selbst weniger als 500.000 Einwohner hat. Dieses Ungleichgewicht führt zu einem signifikanten Anstieg der Müllproduktion, die 2024 bereits auf etwa 1.000 Tonnen pro Tag gestiegen ist, im Vergleich zu 742 Tonnen im Jahr 2022. Prognosen zufolge könnte die Müllmenge bis Ende 2025 auf 1.400 Tonnen pro Tag ansteigen. Die einzige Müllverbrennungsanlage der Insel kann jedoch nur 900 Tonnen pro Tag verarbeiten, was zur Ansammlung von überschüssigem Müll auf der Mülldeponie führt und die Anwohner beeinträchtigt.
In den letzten Jahren hat Thailand zunehmend Müll aus westlichen Ländern importiert, insbesondere Plastik- und Elektroschrott. Zwischen 2018 und 2021 wurden etwa 1,1 Millionen Tonnen Plastikabfall importiert, was das Land als „Müllkippe der Welt“ kennzeichnet. Um dieser Herausforderung zu begegnen, plant Thailand, ab 2025 keinen Plastikmüll mehr anzunehmen und bis 2030 100% des Plastikmülls zu recyceln. Phuket hat bereits Maßnahmen ergriffen, darunter den Bau einer neuen Müllverbrennungsanlage und die Vergrößerung der Deponie, mit dem Ziel, die Müllproduktion innerhalb von sechs Monaten um 15% zu senken.
Die Situation in Phuket verdeutlicht die Notwendigkeit, den Tourismus und den Umweltschutz in Einklang zu bringen. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, die Abfallwirtschaft zu verbessern, sondern auch darin, die Lebensqualität der Einwohner zu sichern und die Umwelt zu schützen. Die aktuellen Ereignisse auf der Mülldeponie sind ein eindringlicher Hinweis darauf, wie dringend Veränderungen erforderlich sind.