In den Gewässern vor Phuket hat sich ein dramatisches Unglück ereignet. Das Containerschiff „Sealloyd Arc“ aus Panama geriet am Samstagnachmittag in Seenot, nur drei Meilen vor der Küste. Dabei erlebten die 16 Besatzungsmitglieder ein echtes Schreckensszenario, als das Schiff begann, Wasser zu fassen und eine starke Schlagseite zu entwickeln. Glücklicherweise konnten alle Crewmitglieder gerettet werden. Ein Fischerboot holte acht der Besatzung, während die Königlich Thailändische Marine die restlichen acht Personen, darunter den Kapitän, sicher an Land brachte. Vice Admiral Veerudhom Muangchin von der Marine leitete den Notfalleinsatz, während ein Lagezentrum eingerichtet wurde, um die Situation zu koordinieren.

Doch das Schicksal der „Sealloyd Arc“ birgt auch erhebliche Umweltgefahren. Mit 290 Containern an Bord, von denen 14 als Gefahrgut klassifiziert sind, befürchten die Behörden eine mögliche Öl- oder Chemikalienverschmutzung. Einige Container sind über Bord gegangen, und während einige versunken sind, treiben andere an der Oberfläche. In Sichtweite des Aussichtspunktes Laem Phromthep, bekannt für seine atemberaubenden Sonnenuntergänge, stehen die regionalen Schifffahrtsbehörden vor der Herausforderung, die Gewässer zu sichern und die betroffenen Routen für Schiffsbetreiber und Seeleute zu sperren.

Umweltschutz und Notfallpläne

Die Marine hat sofort ihre Notfallpläne in Kraft gesetzt und das Patrouillenschiff „HTMS Pun Yee“ ist auf mögliche Öl- und Chemikalienunfälle vorbereitet. Zudem wurde die Organisation „PTT Phuket“ aufgefordert, notwendige Ausstattung zur Bekämpfung von Ölverschmutzungen und chemischen Spuren bereitzustellen. Aktuell sind Flugzeuge im Einsatz, die das Meer nach Anzeichen einer Umweltkatastrophe absuchen. Bislang konnte jedoch keine signifikante Verschmutzung festgestellt werden.

Die Situation an der Küste von Phuket legt auch Augen auf ein weiteres brisantes Thema: die zivile Seenotrettung in Europa. Am 18. Juni 2025 wurde das zehnjährige Bestehen der zivilen Seenotrettung im zentralen Mittelmeer gefeiert. Während dieser Dekade wurden insgesamt über 175.000 Menschen gerettet. Doch die Herausforderungen sind enorm. Politische und bürokratische Schikanen, wie das italienische „Piantedosi-Dekret“, stellen die Retter vor große Hürden.

Kritik an der politischen Situation in der Seenotrettung

Die Veranstalter, darunter prominente Organisationen wie United4Rescue, Sea-Watch und SOS Humanity, mahnen, dass europäische Staaten sich zunehmend auf Abschottung statt auf den Schutz von Menschenleben konzentrieren. Ein fehlendes europaweit koordiniertes Seenotrettungsprogramm führt zu weiteren Todesfällen im Mittelmeer. Es wird gefordert, dass die Bundesregierung sich klar zur Seenotrettung bekennt und ein voll finanziertes staatliches Programm einrichtet, um die Menschenrechte von Flüchtenden zu wahren. Besonders kritisch wird die Kooperation mit autoritären Regimen wie Tunesien und Libyen gesehen, die nicht als sichere Herkunftsländer eingestuft werden sollten.

Mit der Bergung des havarierten Schiffes und der fortwährenden Debatte über die Seenotrettung treffen diese Themen direkt aufeinander. In einer Zeit, in der sowohl der Umwelt- als auch der Menschenrechtsschutz im Fokus stehen, bleibt es spannend, wie die Verantwortlichen in Thailand und Europa reagieren werden.

Mehr über das Unglück der „Sealloyd Arc“ können Sie in dem Bericht von Bild erfahren. Die Situation zur Seenotrettung wird umfassend von Sea-Watch und SOS Humanity analysiert.