In Thailand sind Elefanten nicht nur majestätische Tiere, sondern auch ein essenzielles Symbol der nationalen Identität. Diese sanften Riesen werden als Familienmitglieder betrachtet und spielen eine wichtige Rolle im Leben vieler Menschen, insbesondere der Mahouts, die für ihre Pflege verantwortlich sind. In der Tourismusmetropole Phuket sind mindestens 400 Elefanten im Einsatz, was die Notwendigkeit einer professionellen tierärztlichen Betreuung umso dringlicher macht. Dr. Ratchadaporn Srisamut, besser bekannt als „Dr. Bow“, ist eine solche Tierärztin, die sich mit Herzblut für das Wohl der Elefanten einsetzt. Mit sieben Jahren Erfahrung und über tausend behandelten Elefanten in Südthailand hat sie sich einen bedeutenden Ruf erarbeitet. Die Behandlung kranker Elefanten ist jedoch eine komplexe und herausfordernde Aufgabe, wie die Geschichte von P’Deaw zeigt, einem 35-jährigen Bullen, der nach einem Sturz von einem Berg fast gestorben wäre. Dr. Bow hat monatelang täglich vier Stunden für seine Stabilisierung investiert, bevor er in das Phuket Elephant Sanctuary gebracht wurde.
Die Herausforderungen, mit denen Dr. Bow konfrontiert ist, sind vielfältig. Von finanziellen Schwierigkeiten bis hin zu physischen Risiken in ihrem Beruf bleibt sie ihrer Mission treu, sowohl die Körper als auch die Seelen der Elefanten zu heilen. Sie betont die emotionale Intelligenz dieser Tiere und hebt hervor, dass die Rettung eines einzelnen Elefanten oft das Schicksal einer ganzen Familie sichern kann. In Thailand gibt es jedoch einen kritischen Mangel an Tierärzten, die sich auf Elefanten spezialisiert haben. Dr. Bow fordert daher staatliche Anreize, um neue Veterinäre für dieses wichtige Feld zu gewinnen. Diese Problematik wird auch von der Southern Thailand Elephant Foundation (STEF) angesprochen, die 2017 von Jakrapob Thaotad gegründet wurde, um das Wohlergehen der Elefanten in Thailand zu verbessern.
Die Rolle der Southern Thailand Elephant Foundation
STEF widmet sich der Aufklärung über Elefantenpflege und -wohlfahrt, sowie der Bereitstellung von gesunder Nahrung und medizinischer Unterstützung, wo finanzielle Mittel fehlen. Die Organisation thematisiert auch die Gefahren, denen Elefanten ausgesetzt sind, wie den Verlust ihres natürlichen Lebensraums durch Abholzung und Landwirtschaft. In Thailand ist die Kultur der Elefanten tief verwurzelt: Sie sind nicht nur nationale Symbole, sondern auch Teil der Literatur, buddhistischen Lehren und der königlichen Tradition. Historisch gesehen wurden Elefanten in der manuellen Arbeit, Holzernte und sogar in Kriegen eingesetzt, was ihre Bedeutung unterstreicht.
Doch trotz ihrer kulturellen Relevanz sind Elefanten in großer Gefahr. Der illegale Elfenbeinhandel hat zu einem dramatischen Rückgang der Bestände geführt, und während in Asien nur noch etwa 40.000 wilde Elefanten existieren, sind die Bedrohungen durch Mensch-Elefanten-Konflikte und Habitatverlust allgegenwärtig. Laut der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN) sind die Waldelefanten vom Aussterben bedroht und die afrikanischen Savannenelefanten gelten als stark gefährdet. Diese Umstände erfordern dringende Maßnahmen, um den Schutz und Erhalt der Elefanten und ihrer Lebensräume voranzutreiben.
Ein Aufruf zum Handeln
Die Arbeit von Dr. Bow und Organisationen wie STEF zeigt, wie wichtig es ist, das Bewusstsein für die Bedürfnisse der Elefanten in Thailand zu schärfen und gleichzeitig die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, die mit ihnen leben. Elefanten sind nicht nur die größten Landtiere der Erde, sondern auch unersetzlich für die Biodiversität und die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Heimatländer. Sie tragen zur Stabilität der Ökosysteme bei und sind aufgrund ihrer hohen Intelligenz und sozialen Strukturen faszinierende Geschöpfe. Umso wichtiger ist es, dass wir uns gemeinsam für ihren Schutz einsetzen und die Herausforderungen, die sie betreffen, angehen.
Besuchen Sie die Quellen für weitere Informationen: OANA News, Southern Thailand Elephants Foundation, und Future for Elephants.