Die Welt der Kryptowährungen zieht nicht nur Technikbegeisterte an, sondern auch Betrüger, die skrupellos ihre Opfer ausnutzen. Am 20. Februar 2023 wurde in Bangkok eine 34-jährige Frau namens Haruethai festgenommen, die Teil eines Betrugsfalls im Bereich Krypto-Investitionen ist. Der Fall wurde durch eine Beschwerde aus Phuket ausgelöst, wo eine 37-jährige Frau Opfer eines Betrugs wurde, der über soziale Medien inszeniert wurde. Haruethai wird des öffentlichen Betrugs und der Verwendung falscher oder verzerrter Computer Daten zur Täuschung der Öffentlichkeit beschuldigt. Ihre Festnahme erfolgte am Mo Chit 2 Busbahnhof nach einem Haftbefehl vom 27. Dezember 2022, ausgestellt vom Phuket Provincial Court. Die Ermittler suchten gezielt nach einer Person, die der Beschreibung im Haftbefehl entsprach und wurden fündig.

Die Geschädigte hatte über soziale Medien Kontakt mit einer Gruppe von Betrügern aufgenommen, die sich als aus Singapur stammend ausgaben und die Namen „James“ und „Lily“ trugen. Zunächst wurde ihr hohe Renditen versprochen, und sie konnte auch Geld abheben. Doch bald darauf wurde Druck auf sie ausgeübt, weitere Überweisungen zu tätigen. Letztlich beliefen sich die Verluste auf etwa 943.131 Baht, und die Frau stellte fest, dass sie kein Geld mehr abheben konnte. Stattdessen wurde sie aufgefordert, zusätzliches Geld zu zahlen, das als Steuer und Kaution bezeichnet wurde. Die Polizei verfolgt weiterhin die beteiligten Personen für rechtliche Schritte und hat Haruethai nach der Festnahme zur Bang Sue Polizeistation gebracht, während ihre Überstellung an die Ermittler der Wichit Polizeistation in Phuket organisiert wird. Mehr dazu finden Sie in dem ausführlichen Bericht hier.

Betrugsmaschen in der Kryptowelt

In einem weiteren Fall wurde ein 36-jähriger Mann namens Pratya in Phuket festgenommen. Er wird beschuldigt, eine 62-jährige Frau aus Pathum Thani um 22 Millionen Baht betrogen zu haben. Auch hier spielte eine betrügerische Kryptowährungsplattform eine zentrale Rolle. Die Frau wurde von einem Gangmitglied, das sich als bekannter Politiker ausgab, überredet, in das Programm zu investieren. Auch Pratya wurde von der Cyber Crime Investigation Bureau (CCIB) aufgrund einer Beschwerde der Geschädigten, die ein Geschäft für Bürobedarf betreibt, festgenommen.

Sein Strafregister ist nicht ohne: Er war zuvor inhaftiert und wurde 2023 wegen eines anderen Verbrechens entlassen. Schwierigkeiten, einen Job zu finden, führten dazu, dass er von einem Bekannten angesprochen wurde, um „Mule“-Bankkonten für Betrugsmaschen zu eröffnen. Für jedes der sieben Konten, die er eröffnete, erhielt er 800 Baht. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass Pratya zwei ausstehende Haftbefehle wegen Betrugs hatte, ausgestellt vom Pathum Thai Provincial Court und dem Thon Buri Criminal Court. Weitere Details zu diesem Fall finden Sie hier.

Globale Dimensionen des Krypto-Betrugs

Die Betrugsfälle, die in Thailand ans Licht kommen, sind Teil eines weltweiten Problems. Laut Berichten fallen weltweit jährlich rund 70 Milliarden Euro an Schäden durch Betrug mit Krypto-Anlagen an. Täglich gibt es neue Opfer, auch in Deutschland. Die Täter bedienen sich psychologisch ausgeklügelter Methoden und sind oft selbst Opfer in einem komplexen System von Betrug. Jürgen Stock, der Generalsekretär von Interpol, weist auf systematische Angriffe aus Betrugszentren in Regionen mit schwacher staatlicher Überwachung hin.

Ein besonders perfides Beispiel ist der Begriff „Pig Butchering“, der beschreibt, wie Cybersklaven ihre Opfer anlocken und ausbeuten. Diese Menschen, die oft unter extremen Bedingungen arbeiten, sind gezwungen, Beziehungen zu Opfern vorzutäuschen, um sie zu Investitionen in fake Krypto-Börsen zu verleiten. Berichte über extreme Brutalität und Selbstmord unter Opfern zeigen die dunkle Seite dieser Machenschaften. Ermittlungen gegen Cyberkriminalität gestalten sich schwierig, da viele Straftaten im Ausland stattfinden. Umso wichtiger ist die internationale Zusammenarbeit, wie sie beispielsweise das Bayerische Justizministerium mit Interpol anstrebt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.