In den letzten Wochen hat eine Reihe von Durchsuchungen in Phuket das Licht auf verdächtige Geschäftspraktiken geworfen, die den Einsatz von Nominee-Strukturen betreffen. Dies ist Teil eines umfassenderen Wandels in der thailändischen Unternehmensaufsicht, der sich weg von schriftlichen Regeln und hin zu aktiven Kontrollen vollzieht. Die thailändischen Behörden haben den Druck auf ausländische Geschäftsinhaber erhöht und prüfen nun verstärkt deren Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, wie Pattaya Mail berichtet.

Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden Anfang Februar und Ende Januar verschiedene Unternehmen, darunter Tourismusunternehmen und Gaststätten, von mehreren Behörden, darunter das Department of Business Development (DBD) und die Tourist Police, ins Visier genommen. Die Prüfungen zielen insbesondere auf Betriebe ab, bei denen mutmaßlich thailändische Staatsbürger als Stellvertreter für ausländische Investoren fungierten. Dies wird als Nutzung von Nominee-Geschäften bezeichnet und ist in der thailändischen Geschäftswelt ein heißes Eisen, wie das Phuket Express schildert.

Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten

Bei den Inspektionen entdeckten die Ermittler gravierende Unregelmäßigkeiten. Mehrere Unternehmen waren an denselben Buchhaltungsbüros registriert, und in einem bemerkenswerten Fall wurde ein Buchhalter ertappt, der vorgab, Unternehmensdirektor zu sein, während er eine fremde ID-Karte benutzte. Solche Machenschaften kommen ans Licht, da die Behörden entschlossen sind, den Missbrauch von Nominee-Aktivitäten zu unterbinden und direkt gegen die Unternehmen vorzugehen, die sich nicht an die Regeln halten.

Ein weiterer Aspekt der Entwicklungen ist, dass thailändische Banken ihre Compliance-Vorgaben strenger umsetzen. Dies führt dazu, dass ausländische Kontoinhaber nun gezwungen sind, die Herkunft ihrer Gelder offen zu legen. Wer hierbei nicht schnell genug reagiert, sieht sich mit der Schließung oder Sperrung seiner Konten konfrontiert. Die CBBL-Lawyers heben hervor, dass diese rigide Durchsetzung Teil einer umfassenden Strategie gegen illegale Unternehmensstrukturen ist, die zudem im Kontext des geplanten Beitritts Thailands zur OECD steht.

Einsichten und Ausblicke

Mehr als 38 Prozent der in Phuket registrierten Unternehmen haben ausländische Investitionen, viele davon nutzen Nominee-Arrangements, um die Anforderungen des Foreign Business Act zu umgehen. Die Behörden gehen nun energisch gegen solche Strukturen vor und forschen in Branchen, die besonders im Fokus stehen, wie Hotel- und Tourismussektor, Transport und Logistik.

Die Kampagne zielt darauf ab, Thailand als transparenten und regelkonformen Standort zu positionieren, um legitime ausländische Investitionen zu fördern. Die Aspekte der Aufklärung und der rechtlichen Strukturierung sind besonders bedeutend für ausländische Investoren, die in Thailand ein Geschäft etablieren möchten. Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie die geltenden Vorschriften einhalten, um rechtliche Probleme zu vermeiden.

Die jüngsten Entwicklungen sprechen für einen bemerkenswerten Wandel im Umgang mit Unternehmensstrukturen in Thailand. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten bleiben – vorausgesetzt, die Gesetze werden korrekt befolgt. Unternehmer, die sich unsicher sind, sollten daher dringend ihre geschäftlichen Praktiken überprüfen, um in dieser dynamischen Umgebung einen stabilen Kurs zu steuern.