Im Hafen von Chattogram (auch bekannt als Chittagong) brodelt es gewaltig: Ein unbefristeter Streik der Hafenarbeiter hat mittlerweile alle operationellen Tätigkeiten zum Erliegen gebracht, und das aus gutem Grund. Die Arbeiter und Angestellten protestieren gegen den geplanten Pachtvertrag des neuen Mooring Container Terminals (NCT) mit der dubai-basierten Logistikfirma DP World, wie Dhaka Tribune berichtet. Der Streik begann mit einem Aufruf des Port Protection Movement Council und zeigt, wie ernst die Wogen in der Hafencommunity sind.

Am Montag der letzten Woche ging es los: Ein achtstündiger Streik an drei aufeinanderfolgenden Tagen eskalierte rasch. Die Folgen sind verheerend – die Hafenoperationen, darunter auch das Beladen und Entladen von Schiffen, sind vollständig zum Stillstand gekommen. Der Verlust der Einnahmen ist erheblich, und der Koordinator des Port Protection Movement Council, Md Humayun Kabir, hat klargemacht, dass die Proteste fortgesetzt werden, bis die Regierung den Leasingprozess für das NCT zurückzieht.

Die Situation am Chattogram Port

Wie es aussieht, hat die Hafenbehörde CPA harte Maßnahmen gegen die 16 aktivistischen Mitarbeiter ergriffen, darunter auch Transfers und Disziplinarmaßnahmen. Neben der Androhung von Anpassungen bei der Wohnsituation der protestierenden Mitarbeiter zeigt dies, wie fest entschlossen die Behörde ist, die Aktivitäten am Hafen wieder in Gang zu bringen. CPA-Chef M Moniruzzaman bezeichnete den Streik gar als einen Versuch, den Vertrag mit DP World zu sabotieren. Inmitten dieser Spannungen scheint die Regierung jedoch die Verhandlungen aus der Hand zu geben, denn The Daily Star berichtet, dass während der aktuellen Amtsperiode dieser Regierung kein Vertrag mit DP World unterzeichnet wird.

Die Entscheidung, den Streik bis zum 15. Februar zu pausieren, war wohl ein taktischer Schritt, um die nationalen Wahlen und die bevorstehenden Ramadan-Transportbedürfnisse zu berücksichtigen. Die Gespräche zwischen Regierungsvertretern und DP World werden jedenfalls fortgesetzt. CEO Ashik Chowdhury von der Public-Private Partnership Authority betont, dass noch Zeit benötigt wird, um den Entwurf des Pachtvertrags zu prüfen – es bleiben nur noch zwei Arbeitstage für die Kabinettsgenehmigung und die formale Unterzeichnung.

Breitere Auswirkungen auf die maritime Wirtschaft

Die Entwicklungen in Chattogram werfen einen Schatten auf den internationalen Handel und zeigen auf, wie wichtig der Hafen für die regionale Wirtschaft ist. Solche Streitigkeiten sind nicht nur lokal, sondern auch global von Bedeutung, wie ein Manifest zur Zukunft der Häfen auf einer Konferenz und ver.di thematisiert hat. Die Transformation im maritimen Sektor belastet die Beschäftigten, und es wird immer wieder gefordert, dass die Arbeitnehmer von den Veränderungen profitieren und nicht zu den Verlierern in diesem Wettrennen werden.

Die Hafenarbeiter in Chattogram kämpfen nicht nur um ihre eigenen Rechte, sondern stehen auch symbolisch für die Herausforderungen, vor denen viele Häfen weltweit stehen. In einer Zeit, in der Automatisierung und Digitalisierung schnell voranschreiten, gilt es, die Menschen in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen, damit sie nicht die Verlierer der Zukunft sind.

Das Geschehen in Chattogram steht also exemplarisch für die Herausforderungen, die derzeit in der globalen maritimen Wirtschaft bestehen. Experten aus aller Welt müssen jetzt handeln, um eine angemessene Balance zwischen den Interessen von Unternehmen und den Rechten der Arbeitnehmer zu finden.