Die thailändische Einwanderungspolizei ist derzeit in voller Aktion und führt eine Großoffensive gegen internationale Kriminalität durch. Das Ziel dieser Kampagne ist klar: die Sicherheit im Land zu erhöhen und das internationale Ansehen Thailands zu schützen. Diese koordinierte Aktion führte bereits zu mehreren Festnahmen, darunter mutmaßliche Mörder, Geldwäscher und Menschenschmuggler. So wurde unter anderem der US-Bürger Cedric Alandus Peters (23) in Bang Na festgenommen. Peters war wegen Mordes und Waffenvergehen in Georgia gesucht und hatte versucht, über eine blockierte Feuertreppe zu fliehen, bevor die Beamten ihn ohne Zwischenfälle festnehmen konnten. Sein Visum wurde annulliert und die Ausweisung in die USA eingeleitet, wie wochenblitz.com berichtet.
Ein weiterer spektakulärer Fall betrifft den Malediver Mohammad (38), der ebenfalls gefasst wurde. Gegen ihn liegt eine Interpol Red Notice wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit dem maledivischen Fußballverband vor. Mohammad wird verdächtigt, FIFA-Gelder veruntreut zu haben und sich mit dem Kauf einer Penthouse-Wohnung im Wert von 50 Millionen Baht (ca. 1,25 Mio. Euro) einen luxuriösen Lebensstil zu ermöglichen. Thailand hat sich zunehmend als Anlaufpunkt für internationale Wirtschaftskriminelle etabliert, eine besorgniserregende Entwicklung.
Festnahmen und Rückführungen
Aber das ist noch nicht alles: Drei vietnamesische Staatsbürger, die in Vietnam wegen Mordes gesucht werden, wurden in Chonburi und Bangkok festgenommen. Auch hier steht eine Auslieferung nach Vietnam bevor. In Kanchanaburi wurde zudem ein umgebauter Kastenwagen entdeckt, in dem sich 51 illegal eingereiste Myanmar-Staatsbürger befanden. Der Fahrer, ein 26-jähriger Mann aus Myanmar, kassierte zwischen 12.000 und 65.000 Baht (300 bis 1.625 Euro) pro Person für den Transport. Die Einwanderungsbehörde zieht Alarm: Im Jahr 2025 wurden 102 Ausländer aufgrund internationaler Haftbefehle festgenommen, wobei 41% davon Chinesen waren. Bis zum heutigen Tag wurden bereits 23 Festnahmen in diesem Jahr verzeichnet, darunter 14 Chinesen (60%). Polizeigeneral Kitrat Phanphet betont die Intensivierung der Jagd auf kriminelle Ausländer und ruft die Bevölkerung zur Mithilfe auf, verdächtige Aktivitäten zu melden.
Kriminalität und Migration
Doch während die thailändischen Behörden verstärkt gegen internationale Kriminalität vorgehen, ist es wichtig, sich auch mit den Hintergründen von Kriminalität und Migration auseinanderzusetzen. In vielen Regionen ist ein kleiner Teil der Migrantinnen und Migranten straffällig, doch sie zeigen insgesamt eine höhere Kriminalitätsrate als Einheimische, wie die bpb.de berichtet. Verschiedene Faktoren, wie das Alter und Geschlecht sowie belastende Lebensumstände, spielen dabei eine Rolle. Erwachsene Migrantinnen und Migranten mit Zugang zum Arbeitsmarkt begehen im Vergleich dazu aber selten Straftaten. Ein Anstieg von Gewalt unter Geflüchteten wird oft durch Konflikte in Gemeinschaftsunterkünften und soziale Belastungen bedingt.
Es ist auch festzustellen, dass Nachrichten über von Zugewanderten verübte Straftaten oft große öffentliche Aufmerksamkeit erhalten und Ängste vor Integrationsproblemen verstärken. Trotz einer überproportionalen Präsenz in den Kriminalstatistiken, stellt eine Analyse des ifo-Instituts fest, dass es keinen Zusammenhang zwischen einem steigenden Anteil an Zugewanderten und der lokalen Kriminalitätsrate gibt. Diese Überrepräsentation lässt sich häufig auf demografische Faktoren zurückführen, da Migranten in der Regel jünger und männlicher sind und öfters in Regionen mit höherem Kriminalitätsrisiko wohnen, wie tagesschau.de anmerkt.
Umso wichtiger sind umfassende Integrationsmaßnahmen, die Migranten den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern und ihre Teilhabe an der Gesellschaft fördern. Wenn es gelingt, sie in die Gesellschaft zu integrieren, lässt sich die Kriminalitätsrate merklich senken.