Heute ist der 19.02.2026 und während der Außenminister Thailands, Sihasak Phuangketkeow, auf Phuket zu Besuch ist, beschäftigt sich die Regierung mit einer bedeutenden Revision der Visabestimmungen. Im Fokus steht die mögliche Verkürzung der visafreien Aufenthaltsdauer für Touristen von 60 auf 30 Tage. Diese Überlegung wird von Sicherheitsbedenken und Beschwerden über den Missbrauch der Regelung durch Ausländer begleitet, was die Behörden dazu veranlasst hat, eine umfassende Überprüfung der bestehenden Visa-Maßnahmen vorzunehmen. Die Regelung, die Staatsangehörigen aus 93 Ländern einen Aufenthalt von bis zu 60 Tagen ermöglicht, wurde erst Mitte 2024 eingeführt und soll ursprünglich dazu dienen, den Tourismus in der Nebensaison anzukurbeln und die Wirtschaft zu stärken.

Vertreter der Tourismusbranche haben jedoch problematische Auswirkungen des derzeitigen Systems aufgezeigt. Insbesondere die Mindestinvestition von drei Millionen Baht in Immobilien für bestimmte Langzeitvisa steht in der Kritik. Branchenvertreter befürchten, dass dieser Betrag zu niedrig ist und unerwünschte Besucher anziehen könnte. Zudem wird befürchtet, dass eine steigende Nachfrage die Immobilienpreise in die Höhe treibt und den Wohnraum für Einheimische verteuert. Außenminister Sihasak betont, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Besucher zwischen 15 und 30 Tagen liegt, und hebt die Notwendigkeit hervor, ein Gleichgewicht zwischen der Förderung des Tourismus und der öffentlichen Sicherheit zu schaffen.

Hintergründe zur Visapolitik

Die visafreie Politik wurde auf 93 Länder und Territorien ausgeweitet, um die Ankunft internationaler Touristen zu fördern. Die Genehmigung dieser Maßnahme erfolgte am 28. Mai 2024 durch das Kabinett. Neben der Erhöhung der Länder für Visumbefreiung wurden auch Aktualisierungen für Visa bei Ankunft (VOA) und die Einführung eines neuen Visatyps, dem „Destination Thailand Visa (DTV)“, angekündigt. Dieses neue Visum erlaubt einen Aufenthalt von bis zu 180 Tagen und hat eine fünfjährige Gültigkeit. Zudem wurde internationalen Studenten die Möglichkeit eingeräumt, nach Abschluss eines Bachelor-Studiums oder höher ein Jahr in Thailand zu bleiben, um eine Beschäftigung zu suchen.

Die erwarteten Auswirkungen dieser Maßnahmen sind vielversprechend: Sie sollen die Binnenwirtschaft durch erhöhte Touristenankünfte und -ausgaben ankurbeln sowie wirtschaftliche Chancen und Einkommensverteilung schaffen. Trotz dieser positiven Ansätze steht Thailand allerdings vor der Herausforderung eines Rückgangs internationaler Ankünfte. Von Januar bis Mitte Oktober 2025 war ein Rückgang von 7,45 % im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, wobei die Zahl der internationalen Ankünfte bei rund 25,65 Millionen lag – weit unter den 40 Millionen von 2019.

Wirtschaftliche Auswirkungen und zukünftige Strategien

Besonders betroffen sind Märkte wie Vietnam, Malaysia, China, Südkorea, Indien und Russland, wobei Malaysia und China zusammen über 28 % der internationalen Ankünfte ausmachen. Die Ursachen für diesen Rückgang sind vielfältig und reichen von geopolitischen Spannungen über Änderungen in der Visa-Politik bis hin zur globalen Inflation. Die Prognose für touristische Ankünfte wurde von 35 Millionen auf 33 Millionen gesenkt, was die thailändische Regierung dazu veranlasst, neue Strategien zur Wiederbelebung des Tourismus zu planen. Diese beinhalten verstärkte Marketingaktivitäten und die Förderung nachhaltiger Tourismuspraktiken, um den Massentourismus zu reduzieren und lokale Kulturen sowie Ökosysteme zu schützen.

Die thailändische Regierung hat sich das Ziel gesetzt, dass lokale Gemeinschaften von den Tourismuseinnahmen profitieren sollen und gleichzeitig die Umwelt geschont wird. Für 2024 wird eine Stabilisierung mit 35 Millionen internationalen Gästen und eine Stärkung des Inlandsreisetourismus erwartet. Der Ausblick im Tourismus bleibt vorsichtig optimistisch, jedoch hängt vieles von der Behebung bestehender Probleme ab. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die geplanten Änderungen der Visabestimmungen auswirken werden und ob Thailand das Gleichgewicht zwischen Tourismusförderung und öffentlicher Sicherheit erfolgreich wahren kann.

Für weiterführende Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der thailändischen Visapolitik und den Herausforderungen im Tourismussektor, lesen Sie die vollständigen Artikel auf der-farang.com, thailand.go.th und phuket-now.net.