In Phuket hat sich in letzter Zeit einiges getan, insbesondere für ausländische Geschäftsinhaber. Die thailändischen Behörden haben ihre Kontrollen verschärft und die Einhaltung von Vorschriften rückt mehr denn je in den Fokus. Dies betrifft nicht nur Unternehmen, sondern auch die Banken und sogar die Einreisekontrollen ins Land. Laut Pattaya Mail haben mehrere Behörden, darunter das Department of Business Development (DBD) und das Department of Special Investigation (DSI), intensive Prüfungen in Phuket durchgeführt.

Bei diesen Kontrollen steht besonders der Verdacht auf „Nominee“-Strukturen im Mittelpunkt. Hierbei handelt es sich um Firmen, die thailändische Anteilseigner als Mehrheitseigentümer registrieren, während die tatsächlichen Entscheidungsträger im Hintergrund bleiben. Oft wird bei solchen Unternehmen festgestellt, dass mehrere Firmen an derselben Adresse registriert sind oder dass die thailändischen Gesellschafter ihren Anteil nicht glaubhaft erklären können. Die Beamten agieren dabei nicht nur mit Aktenprüfungen, sondern nehmen auch persönliche Kontrollen vor Ort vor.

Strengere Auflagen und vermehrte Kontrollen

Der Druck auf die Unternehmen wächst. Buchhalter treten oft als „Direktoren“ auf, wenn die tatsächlichen Entscheidungsträger nicht verfügbar sind, was die Situation zusätzlich kompliziert. Einige Unternehmen mussten bereits zusätzliche Unterlagen vorlegen, während andere an Ermittlungsbehörden weitergeleitet wurden. Diese Veränderung in der Haltung der Behörden, die sich von einer informellen Duldung zu einer klaren Compliance-Überprüfung bewegt, sorgt für Unsicherheit bei den betroffenen Geschäftsinhabern. Auch Banken haben ihre Prüfungen verschärft: Sie seien nun besonders darauf bedacht, die Herkunft von Geldern zu kontrollieren, und das Einklang zwischen Visastatus und finanzieller Aktivität zu prüfen, so Pattaya Mail.

Berichten zufolge erleben ausländische Kontoinhaber, dass ihre Konten in Einzelfällen eingefroren oder gar geschlossen werden, was natürlich große Bedenken aufwirft. Lange Zeit wurden Nominee-Strukturen in Thailand toleriert, doch jetzt fallen diese potenziell unter Haftungsrisiken.

Einreise und Geldwäscheprävention

Doch nicht nur im Unternehmenssektor wird kontrolliert – auch an den Grenzkontrollen wird vermehrt auf die finanzielle Situation von Langzeit- oder Nicht-Touristen geachtet. Die unterschiedlichen Erwartungen seitens der Beamten tragen zur Unsicherheit bei. Die aktuelle Situation macht deutlich, dass Thailand den Kurs in Richtung einer strikten Einhaltung von Vorschriften ändert.

Die Anforderungen an die Geldwäscheprävention (AML) und die „Know Your Customer“-Regeln (KYC), wie sie beispielsweise im Bericht von Deloitte Legal beschrieben werden, haben ebenfalls zugenommen. Diese Entwicklung zeigt sich nicht nur in Thailand, sondern umfasst auch internationale Rahmenbedingungen, die Unternehmen vor neue Herausforderungen stellen.

Die EU-Geldwäscherichtlinien fordern Unternehmen, die in mehreren EU-Staaten tätig sind, dazu auf, klare und konsistente Mitteilungen zu den nationalen Transparenzregistern abzugeben. Änderungen in diesen Vorschriften stellen natülich eine Herausforderung für das Compliance-Management dar.

In Anbetracht der strenger gefassten Compliance-Vorgaben und der gestiegenen Kontrollen sollten Expats in Thailand ihre derzeitige Situation genau unter die Lupe nehmen, insbesondere wenn sie auf Nominee-Strukturen setzen oder Einkünfte nicht lückenlos dokumentiert sind. Es ist ratsam, rechtzeitig mit einem Fachmann zu sprechen, um bösen Überraschungen vorzubeugen.